560
Gruppe VIII. Holz - Industrie.
lix’tem Nussholz von Johann Kuttag. Dieser Mechanismus ermög-licht es, unter Vermeidung des hässlichen Aufschlagens der Thürenin die Zimmer den Durchgang ganz frei zu machen. Dies wirddadurch erreicht, dass jede Thür aus zwei Theilen besteht, einembreiten und einem schmalen, von denen dieser mit jenem und mitder Wand durch Charniere verbunden ist. Durch eine Schliessvor-richtung an dem schmalen Thürtheil kann derselbe mittelst oben undunten vortretender eiserner Stangen festgestellt werden, worauf manden grossen Theil gegen die Innenfläche der Mauernische zurück-schlägt. Indem nun die Holzthür hierbei die Glasthür verdeckt, be-kleidet sie gleichzeitig die Wände der tiefen Leibung, als seien diesegetäfelt.
Mit Fensterarbeiten trat vor Anderen W. Hey mann hervor.Eine von ihm gezeigte Ventilationsvorrichtung, deren Preis sich fürdas Fach Fenster auf 13 fl. stellte, verdient nähere Erwähnung. Siebezweckt die Lüftung durch Doppelfenster ohne lästigen Luftzug. Die-selbe wird beschafft, indem durch Anziehen einer und derselben Schnurerstlich das äussere Oberfenster sich innen vor das äussere Unterfensterschiebt, zweitens ein sonst nicht sichtbarer Rahmen mit feinem Draht-geflecht an des ersteren Stelle tritt, drittens das innere Oberfenster, dasmit Charnieren am Fensterkreuz befestigt ist, nach innen auf klappt.Das Anziehen einer zweiten Schnur bewirkt ebenso einfach das Ver-schwinden des Drahtgeflechtes, an dessen Stelle wieder das Glasfenstertritt, und den Schluss der Klappe.
Von grossem. Interesse waren die sehr mannigfaltigen Jalousiender Wiener, da sie sämmtlich mehr oder minder sinnreiche Mechanis-men zeigten, welche in Deutschland unbekannt zu sein scheinen, dawenigstens keiner der ausstellenden deutschen Jalousiefabrikantenauch nur annähernd dem Aehnliches aufzuweisen hatte. Die ganze Be-wegung der Wiener Brettchenjalousien wird durch das Ziehen zweierSchnüre vollbracht, ohne dass es eines Einhakens oder Umwickelns derSchnüre bedürfte, um die Jalousien in beliebiger Höhe festzustellen. Ziehtman die zur Rechten des Fensters hängende Schnur nach links gegendie Mitte des Fensters hin an, so wird der Haken ausgehoben, derdurch Eingreifen in ein an der Jalousiestange befestigtes Kammraddieselbe festhielt, und die Jalousie senkt sich. Sobald man die Schnurwieder in die senkrechte Stellung zurückführt, schnappt der Sperr-haken ein und' die Jalousie steht. Beim Aufziehen hat man nur daraufzu achten, der Schnur eine schräge Richtung zu geben. Ein weitererebenso einfacher Mechanismus wird durch eine zur Linken des Fen-sters hängende Schnur bewegt und gestattet das völlige Herablassender Jalousie und ihr Aufziehen von unten nach oben, wodurch alsoder untere Theil des Fensters allein gegen das Licht abgesperrt wer-den kann. Beide Vorrichtungen sind kein Hinderniss, die Jalousien