Druckschrift 
Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
Seite
367
Einzelbild herunterladen
 

Section IV. Waaren aus anderen Metallen etc.

3G7

Blei zu einer Waarenmenge im Werth von 1 800 000 Rmk. veiarbeitete.Ihr am nächsten steht die zuerst genannte Actiengesellschaft mit540 000 Rmk. Jahresproduction, welche 290 Arbeiter beschäftigt.S. Elster, welche Firma besonders Gasmesser, Photometer, Gasregula-toren, Eichungsapparat^ und dergleichen fertigt, giebt 522 000 Rmk.an, Hornemann & Beckmann 75 000 und F. A. Schmidt 63 000Rmk. Wild & Wessel arbeiteten mit 425 Arbeitern und einer Dampf-maschine von 20 Pferdekraft und producirten 500 000 Lampen resp,Brenner, deren Absatz zu 2 / 3 auf deutschem Markt stattfand. Es mögendiese Zahlen einen ungefähren Begriff von der Bedeutung diesesIndustriezweiges geben.

Deutschland hatte auch eine Novität auf dem Gebiet der Petroleum-lampen aufzuweisen, die sogenannte Hydropetrollampe, von Prof. Dr.Zaengerle in München erfunden. Bei derselben wird das Sinken desOelspiegels, wodurch die Entfernung desselben von der Flamme in einerfür die Leuchtkraft schädlichen Weise vergrössert wird, mittelst ein-gefüllten Wassers verhindert.

Ausserdem dürfen wir die Specialität von Max Raphael in Bres-lau, Lampencylinder, Schirme und Rauchfänge von Glimmer, nichtübergehen. 1871 wurden 5000 Ctr. Glimmer auf solche und andereGegenstände verarbeitet.

Wenden wir uns nach dem Westen»unseres Vaterlandes, so habenwir in Iserlohn und in Mainz bedeutende Etablissements zu nennen,welche auf der Ausstellung mit ihren Erzeugnissen vertreten waren. Essind vorzugsweise Kronleuchter für Gas und Kerzen. Die auf grossemFusse eingerichtete Mainzer Fabrik, Gasapparat- und Gusswerk-Aetiengesellschaft, welche mit 1153 Arbeitern (davon 42 Directions-,Aufsichts- und Rechnungsbeamte) und zwei Dampfmaschinen von 30Pferdekraft arbeitet, hatte ein reichhaltiges und geschmackvolles Sorti-ment ausgestellt. Ein Haus, J. H. Schmidt Söhne (Inhaber J. Basse& A. Loebbecke) in Iserlohn, 1765 gegründet, verarbeitete 1871 für93 000 Rmk. Rohmaterialien mit 155 Arbeitern zu einer Productionvon 324 000 Rmk. Ihre Kronleuchter für Kerzen in Bronze warenwohl gut, doch Hessen die Formen Manches zu wünschen übrig. Trotzdieser bedeutenden Erfolge stehen die deutschen Fabrikate den engli-schen, z. B. von Winfield, doch noch nach, besonders in der hohenVollendung aller Details.

Oesterreich.. Wenn man nach den zur Zeit der Ausstellunggemachten Angaben schliessen darf, dann steht Oesterreich durchMassenproduction an der Spitze der hier erwähnten und in Betrachtkommenden Länder. Es wurden Productionen einzelner Firmen zu 1 / 2 ,ja zu l'/ 2 Mill. Stück Lampen per Jahr genannt.

Der Absatz des österreichischen Fabrikates ist vorzugsweise nach