Section III. Waffen, mit Ausnahme der Kriegswaffen. 329
Ueberhaupt sind die japanischen Schwerter auch vermöge ihrerDimensionen und ihres Gewichts wohl die vollendetste Hiebwaffe der Welt.
Gedenken wir endlich noch mit wenigen Worten der Theater-und Decorationswaffen, so haben wir einige deutsche Firmen zu nen-nen, welche mit diesen Gegenständen erschienen waren. Es war eineschöne Ausstellung von Rüstungen, Helmen, Schilden und Schwerternvon Gust. Goersch & A. Schneider in Berlin, von Jos. Reiss inMünchen, eine Rüstung in Neusilber von J. Goes und einige Helle-barden von C. W. Fleischmann, beide in Nürnberg.
Die Herstellung imitirter alter Waffen ist ein Industriezweig,welcher eine ziemliche Ausdehnung besitzt, leider aber zuweilen be-trügerischerweise gemissbraucht wird. Das Ausstellen solcher Imita-tionen, wobei sie natürlich ausdrücklich als neue Fabrikate bezeichnetwerden, ist wohl das sicherste Präservativ gegen solchen Missbrauch.
Für uns wohl auch nur zu den Decorationswaffen zu rechnen,sind die äusserst interessanten Daimio-Rüstungen, welche Japan aus-gestellt hatte. Eine genaue Besichtigung dieser merkwürdigen Stückezeigt, besonders an den Helmen, eine fabelhafte Gewandtheit in derBearbeitung des Eisens, allerdings gewiss mit ebenso grossem Auf-wand von Geduld. Die Lackirung an den blechenen Brust- undRückenstücken ist von bekannter Vorzüglichkeit und das Drahtnetz-werk der Aermel erregt höchstes Interesse. Das Allersonderbarstesind aber die schürzenartigen Platten, welche den oberen Theil derArme, den Unterleib und die Beine decken, indem dieselben aus Gliedernbestehen, welche durch seidene und baumwollene Schnüre verbundensind. Diese Glieder bestehen aus einer Kitt- oder Lackmasse miteiner Unterlage von Papier oder Gewebe und sind bei geringer Bieg-samkeit doch sehr elastisch und fest.