Bection II. Eisen- und Stalilwaaren.
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Von Westfalen sei noch Brause & Co. in Iserlohn erwähnt. Würt-temberg war durch Th. Groz in Ebingen mit ziemlich guten Strumpf-wirkernadeln vertreten.
Von österreichischen Ausstellern nennen wir die schon obenerwähnte Firma M. W. Schloss in Hainburg a. d. Donau, welche aus-schliesslich und mit Vortheil westfälischen Draht verarbeitet, obgleichOesterreich selbst doch guten Stahl fabricirt.
Schneidende Instrumente, wie Messer, Scheeren, Sensen, Sicheln,Strohmesser und dergleichen Werkzeuge, fanden sich auf der Ausstel-lung nur in Deutschland und Oesterreich in bemerkenswerthem Maass,England hatte allerdings einige sehr achtungswerthe Collectionen auf-zuweisen, aber es fehlten für Schneidwaaren die Häuser ersten Ranges.Unter den Werkzeugen excellirten die englischen Sägen vor allen an-deren; vermöge technischer Hilfsmittel beim Schleifen, deren man sichanderwärts noch nicht bedierft, weil die Einführung mit grossen Kostenverbunden ist, ragen sie an äusserem Ansehen weit über die Fabrikateder anderen Länder hervor.
Die deutsche Industrie, welche hier in Frage kommt, ist, wie dieNadelfabrikation, ziemlich localisirt. In erster Linie stehen Remscheidund Solingen, Wald, Lüttringhausen, Ronsdorf, Hagen, Iserlohn undAltena. Die sogenannten „Remscheider Waaren“ umfassen circa 1000Artikel in feineren und gröberen Eisen- und Stahlwaaren und zwarbestehen dieselben aus Werkzeugen, Ilaushaltungs- und Küchengeräthen,Ackerbaugeräthen, Militaireffecten, Schiffsgeräthen, Schlittschuhen, Spo-ren," Gebissen, Bügel für Taschnerarheiten, Ambossen n. s. w. Der gesammtejährliche Fabrikationswerth Remscheids und Umgegend dürfte sich 1867axif 24 bis 30 Mill. Rmk. belaufen.
Wer einen Eisenwaarenladen betritt und die Hunderte von dortaufgestellten Gegenständen betrachtet, der hat eine Musterkarte derRemscheider Fabriken vor sich.
Im 16. und 17. Jahrhundert existirten in Remscheid und Umgegendeinige Eisenhämmer, die den Solinger Klingenfabriken das nöthigeMaterial lieferten. 1685 siedelten sich viele französische Calvinistenim Bergischen an, welche den Grund zu der heutigen blühenden Eisen-industrie legten. 1687 siedelten sich Remscheider Schmiedemeisterauf der Enneper Strasse bei Haagen an. Im Jahre 1772 wurde dieSensenfabrikation nach dem Muster der in Steiermark vorhandenen inMüngsten und Ekringhausen eingeführt. Remscheid führt seine Fabri-kate in die ganze Welt.
Die Feilenfabrikation hat ausser in Remscheid ihrem Sitz in Solin-gen, Lüttringhausen, Ronsdorf, Hagen, Bochum, Witten, Bielefeld u. s. w.Von Bochum gelangen durchschnittlich jährlich 3400 Dutzend Schlösserzum Wertlie von 39 000 Rmk. in den Handel.