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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
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Section II. Eisen- und Stahlwaaren.

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auch heute noch nicht, ihren Erzeugnissen französische und englischeEtiquetten und andere Bezeichnungen zu geben! Vielleicht trägt diepolitische Stellung des Reiches künftig mehr als bisher dazu bei, dasdeutsche Nationalgefühl und damit die Leistungsfähigkeit auch in die-ser Richtung zu erhöhen.

Gusseiscnwaaren werden entweder direct vom Hochofen oder durchWiederumschmelzen des Roheisens in Cupolöfen erzeugt. Iu Deutsch-land , Oesterreich und Russland wird zumeist direct aus dem Hochofengegossen, während in England und Frankreich vorwiegend die zweiteArt ausgeübt wird.

Wenn war von dem Guss von. Maschinentheilen, als zu Gruppe XIII.gehörig, völlig abgehen, so bieten uns die im Industriepalast placirtenStaaten, mit Ausnahme einiger Gitter in der englischen Abtheilung,so wenig Bemerkenswerthes, dass wir uns sofort nach

Frankreich begeben und die Firma Antoine Durenne in Soin-mevoire, Departement Haute Marne, nennen können, welche mit ihrenKunstgüssen fast unerreicht dasteht. Sämmtliche Stücke der reichenAusstellung dieser Firma in der Rotunde wie auch die grosse Fontainein der Mitte derselben zeigten technisch vollendete Arbeit. In etwaskoketter Weise war eine grosse Zahl derselben völlig roh, mit Guss-nähteu und Eingüssen aufgestellt, doch lassen wir uns eine solche Ko-ketterie gern gefallen. Wahrhaft Bewundernswerthes leistet die Firmaim Statuenguss. Ausser dieser haben war noch die beiden anonymenGesellschaften der Hochöfen und Giessereien von Marquiese, Departe-ment Pas de Calais, und von Val dOsne zu nennen, welche mit aus-gezeichneten Kunstgussarbeiten sich liervorthaten. Erstere Firma hatteauch sehr schöne gegossene Röhren ausgestellt..

Deutschland. Nächst Frankreich war Deutschland am reichstenmit Kunstgüssen vertreten, doch steht es, wie schon gesagt, in künst-lerischer Hinsicht hinter seinem Nachbar zurück. Es sind vorzugsweisedie Werke am Harz, in Sachsen, ein württemberg.isches und einige baye-rische, welche Nennenswerthes leisten, doch wäre dringend zu wünschen,dass man sich weniger mit Nachahmungen beschäftigen möchte. Vorder Hand herrscht noch die gewöhnliche Marktwaare vor, Grabgitter,Kreuze in allerlei Stil, Thierköpfe, Gascandelaber, Möbel in den bekann-ten Formen roher Baumzweige und dergleichen. Unermüdlich vorwärtsarbeitet Ilsenburg, die Gräflich Stolberg-Wernigerodische Fac-torei und die Werke in Lauchhammer, welche, ebenso wie die Har-zer Hüttenwerke in Mäg d e sp r un g, besonders in kleineren GegenstündenVortreffliches leisten. Die Königliche Eiseng-iesserei in Berlin,das Königlich Württembergische Hüttenwerk Wasseralfin-gen und die Königlich Bayerischen Hüttenwerke zu Ober-