272
Gruppe VII. Metall - Industrie.
Muster für diesen Zweck zu liefern. Was dieser Mangel in dem einenFalle für eine Bedeutung hat, ergiebt sich aus der statistischen Be-merkung, dass die genannte Fabrik jährlich circa fünf Tausend PariserUhren fertigt. Unter ihren Ausstellungsgegenständen hatte die Fabrikin instructiver Weise die Uebergänge vorgeführt, welche ein Gehäusevom rohen bis zum vollendeten Zustand zu erfahren hat. Man sahalso neben einander: den natürlichen Zinkguss, die im Cyankali um-had mit glänzendem Kupfer überzogene Oberfläche, die im darauf fol-genden Kupfervitriolbad mit mattem Kupfer rosa überzogene Oberflächeund endlich das vergoldete Stück. Die Kupfertöne sind gleichfallssehr schön und würden sich für das fertige Fabrikat empfehlen, wennsie nur an der Luft Stand hielten; sie verändern sich leider zu rasch.
Es führt uns dies zum Schluss auf einige Bemerkungen über dasVerkupfern und Vermessingen von Zink und Eisen resp. das galva-nische Bronziren derselben. Die Kunst das Zink galvanisch zu bron-ziren, ist ebenfalls in Paris erfunden worden und wird daselbst beiZinkgüssen ausschliesslich und in hoher Vollendung ausgeübt. Manbedient sich eines Cyankaliumhades von Kupfer entweder allein, odermit Zink gemengt, sofern man einen rothen oder gelben Ueberzughersteilen will. Nach Beendigung des galvanischen Processes wirdder blanke Metallton durch Oxydation oder Schwefelung in einen mat-teren dunkleren (bräunlichen, schwärzlichen, grünlichen) eigentlichensogenannten Bronzeton übergeführt. Diese galvanische Bronzirunghat allein Dauer, widersteht dem Angriff der Luft gut ausgeführt selbstim Freien, und sieht rein metallisch aus, kann also in dieser Hinsichteine völlige Täuschung über die Natur der Masse hervorrufen. DieErfindung der galvanischen Bronzirung hat eigentlich die Anwendungdes Zinkgusses zu figuralen Compositionen erst möglich gemacht jkein Anstrich, kein Firniss kann ähnliche Wirkung hervorrufen. Beiuns in Deutschland ist leider die galvanische Bronzirung noch nichtgenügend verbreitet und wird zum Theil auch nicht sorgfältig ausge-führt. Eine scrupulöse Reinigung der Zinkoberfläche von Fett undOxyd sowie ein genügend dicker Niederschlag sind die Bedingungenfür eine schöne und dauerhafte, nicht fleckig werdende, Bronzirung.Eine hübsche Zusammenstellung von Zinkgüssen, roh und in galva-nischer Bronzirung, hatte L. Faber’s Metallwaarenfabrik in Wiengeliefert; es waren nicht weniger als 13 verschiedene Bronzirungsartengezeigt, darunter auch Vernickelung. Auch massive Galvanoplastikin Kupfer übt Aussteller mit Geschick aus, wie einige Platten undKrüge erkennen Hessen.
Die galvanische Bronzirung auf Eisen und zwar des eigentlichenFein- oder Kunstgusses fängt allmälig auch an, an Verbreitung zugewinnen. Das Eisen hat die glückliche Eigenschaft sich mit Anstrichensehr fest zu verbinden, besonders wenn ein erhitzter Leinölgrund, der