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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
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Gruppe VII. Metall - Industrie.

Kupfer; Gerhardi & Co. geben an, dass sie 1871 verarbeitet haben:400 Centner Zinn, 15 Centner Antimon, 15 Centner Kupfer) schmilztund sich bearbeiten lässt, lassen sich oberflächliche Verzierungen hübschund billig durch den Guss und durch Pressen hersteilen, die den gra-virten und ciselirten ähnlich sehen. So kommt es, dass die versilberteBritanniawaare viel billiger steht, als die Neusilberwaare, allerdingsnutzt sie sich auch viel leichter ab und muss sie besonders vor derEinwirkung starker Hitze, z. B. eines heissen Herdes, gehütet werden,da dabei die Masse unfehlbar- abschmilzt.

Dass die galvanische Versilberung, so solid dieselbe auch ausge-führt wird, gleichwohl das alte Verfahren der Plattirung noch nichtvöllig verdrängt hat, davon lieferte die Ausstellung der EsslingerActien-Plaque-Fabrik den Beweis. Ihre Fabrikate sind billiger,als die galvanisch versilberten Neusilberwaaren, aber auch viel wenigerdauerhaft und haben den besonderen Nachtheil, dass nach Abnutzungdes Silbers die rothe Kupferfläche unschön hervortritt und eine späteregalvanische Versilberung wegen der Dünne des Blechs, das den Druckdes Polirstahls nicht aushält, nicht gut ausführbar ist.

In Italien begegneten wir noch einem Aussteller von versilbertenTischgeräthen: A. Giacche in Mailand.

Der massive galvanische Niederschlag in Silber wird neuerdingsauch mehrfach gepflegt und scheint für die echte Orfevrerie einigeZukunft zu haben. So begegneten wir in der holländischen Abtheilungeiner Kanne oder Krug von J. M. van Kempen im Haag, deren Her-stellung in einem Stück als ein galvanoplastisches Kunststück bezeich-net werden kann. Dieselbe erweiterte sich ein wenig conisch nachoben, hatte einen engen Hals und Henkel, war im Uebrigen aussenglatt und polirt, ohne sich durch besondere künstlerische Form auszu-zeichnen. Von deutschen Ausstellern wurden uns D. Vollgold& Sohn in Berlin genannt als in dieser Richtung sehr thätig. CiselirteStücke, Figuren sollen von dieser Firma sofort ohne weitere Nach-arbeitung fertig massiv in Silber durch Niederschlag hergestellt wer-den, bei Platten und dergleichen soll die Rückseite mit einer Deckevon geringergrädigem Silber belegt und durch Zusammenlöthen damitverbunden sein, wodurch ausser Zeitersparnis eine angemessene Ver-stärkung erzielt wird und die Methode der Herstellung vollständigverhüllt. Massive Niederschläge aus Silber auf nicht metallischeFormen herzustellen, hat eigenthümliche Schwierigkeiten, da das Silberaus seiner Cyankaliumlösung sich auf Graphit schlecht ausscheidet.Man ist gezwungen, entweder zuvor einen dünnen galvanischen Ueber-zug von Kupfer zu bilden, den man später wieder ablöst,, oder dieForm durch Abscheidung von Schwefelsilber leitend zu machen.

Was die galvanische Vergoldung anlangt, so ist dieselbe in dauern-