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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
Seite
266
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26G Gruppe VII. Metall-Industrie.

biiste und die Yenus von Medicis in Originalgrösse. (Von zwei an-deren italienischen Ausstellern galvanoplastischer Kunstgegenstände,Gius. Fahhi in Bologne und Gius. Zelli in Florenz, erhielten wirnur durch den Katalog Kenntniss.

ln der massiven Galvanoplastik cultivirt die ChristoflescheFabrik nächstdem die ornamentale Richtung. Sie fertigt eine in dievielen Hunderte gehende Zahl von kleinen und grösseren geschlossenenund durchbrochenen Verzierungen, wie Rahmen, Bordüren, Gesimse,Rosetten, Guirlanden, Kränze, Köpfe, Füllungen mit bildlichen Dar-stellungen zur Deeoration von Möbelstücken aus Holz und Metall.Dieselben sind dünn in Kupfer mit Messing ausgefüllt, und werden inder Regel galvanisch vergoldet, seltener versilbert oder bronzirt. Ihretwas hoher Preis macht sie zur Verwendung bei einfacheren Möbelnungeeignet. Die Firma hat ein besonderes johotographirtes Musterbuchund gedruckten Preiscourant für diese Reproductionen.

Endlich ist noch zu erwähnen, dass Christofle & Co. in mas-siver Galvanoplastik mit edlem Metall überzogene kleinere Kunst-industrie-Erzeugnisse zur Ausschmückung von Wohnung und Tafelnach eigenen Entwürfen wie in Copien nach classischen Originalenanfertigen. Von letzteren sind insbesondere die Reproductionen desHildesheimer Silberfundes namhaft zu machen; ihre Ausführung istwahrhaft bewundernswerth. Auf dem Preisverzeiclmiss sind 30 Num-mern enthalten und ist deren Gesammtpreis 719 Thlr. (darunter dieSchale mit der Minerva 87 Thlr.). Häufig werden auch an rein me-chanisch gefertigten Stücken einzelne Theile, die man sonst mühsamin getriebener Arbeit herstellte, galvanoplastisch erzeugt, sofern vor-aussichtlich mehrere Copien zu liefern sind. Man findet Aehnliclies auchauf anderen Gebieten der Kunstindustrie; so z. B. wird die Galvano-plastik vielfach in Verbindung mit dem Feineisenguss ausgeübt(z. B. Zimmermann in Hanau).

Die Reproduction schöner älterer Geräthe durch die Galvanoplastikwird, wie die Ausstellung erkennen liess, überhaupt mehrfach indu-striell betrieben. Unter den Ausstellern solcher Copien heben wirvor Allem Gius. Pellas von Florenz hervor. Die Gegenstände be-standen aus Helmen, Schilden, Kannen, Tellern, Platten, Cassetten, vierLöwen etc. Die flachen Stücke sind auf der Rückseite mit einemglatten Blech belegt, so dass sie eigentlich als doppelwandig zu bezeich-nen sind ; sie erscheinen dadurch stärker und die Rauhigkeit des gal-vanischen Niederschlags ist verhüllt. Die Gegenstände sind zumeistmit Altsilber bronzirt. Der Aussteller hatte einen vierseitigen Preiscourantmit 160 Nummern seiner Reproductionen. Die Preise sind angemesseneund gehen vod 10 bis 7000 Frcs. per Stück. Diese Gegenstände bildenein sehr geeignetes Material für Sammlungen; sie können die Originalenatürlich in jeder Hinsicht ersetzen. Karl Haas in Wien lieferte