Section I. Gold- und Silberarbeit, Juwelierarbeit. 25.7
Schmucksachen zeigten jene bekannten dunkelen Legirangen desKupfers, theils mit Gold, theils mit Silber incrustirt und tausckirt.Die Hauptstärke der Japanesen liegt ohne Zweifel in ihren Bronze-arbeiten, welche wir in Section 4. zu besprechen haben werden. Hierwollen wir nur auf die prachtvollen Emaux cloisonnes hinweisen, welchein imponirenden Exemplaren gleich am Eingang die Aufmerksamkeitfesselten. In den Farben stehen sie trotz der Vortrefflichkeit ihrertechnischen Ausführung hinter altchinesischen Arbeiten zurück, dasdunkele Grün des Grundes und die sich darauf schlecht abhebendenbraunen und schmutzig dunkelgrauen Partion der Zeichnung gebenihnen ein etwas düsteres Aussehen.
Die Galvanoplastik.
Von Prof. Dr. H. M eiding er.
Unter Galvanoplastik versteht man bekanntlich das Verfahren,die Metalle aus ihren wässerigen Salzlösungen durch den galvanischenStrom in cohärentem, regulinischem Zustand auszuscheiden und zwarin der besonderen Absicht, entweder um Gegenstände der Ornamentik,Plastik etc. dadurch zugleich massiv darzustellen und nach Belieben zuvervielfältigen, oder um schon fertig ausgearbeitete Metallwaaren miteinem dünnen Ueberzug eines anderen Metalls zu versehen, wodurchersteren der äussere Schein des Ueberzugs und auch dessen ganzesVerhalten im Gebrauch und in der Anwendung ertheilt werden kann.
Die Galvanoplastik ist eine Wissenschaft und eine Kunst. Sie istinsofern eine Wissenschaft, als ein Verständniss sowohl des Vorgangswie eine jederzeitige sachgemässe Anordnung und ein Fortschreiten über-haupt nur bei Kenntniss und richtiger Anwendung der Lehren derElektricität und der Chemie möglich ist. Die Galvanoplastik ist jedochauch eine Kunst, indem zu ihrer Ausübung eine Reihe von durchdauernde Uebung zu erlangenden Fertigkeiten und gewisse Manipu-lationen erforderlich sind, die sich nur durch das wiederholte Probirendes Praktikers ausfindig machen Hessen, um den Erfolg nach aussenzu sichern.
Die Galvanoplastik ist im Jahre 1839 durch den deutschen Phy-siker Jakobi in Petersburg erfunden worden, indem er zuerst daraufhinwies, dass der am negativen Pol der Daniell’sehen Batterie sichbildende Kupferniederschlag ganz die Eigenschaften des festen hütten-männischen Metalls besass und beim Ablösen zugleich einen getreuenAbdruck der Oberfläche des Pols bildete. Es erforderte einen ZeitraumWiener Weltausstellung. III. 2. 17