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Gruppe YII. Metall-Industrie.
Gesuch an den Erbprinzen Wilhelm von Hessen 1771 die Grün-dung einer Zeichenschule, an welcher 1773 bereits 170 Schüler voneinem Franzosen Namens Gallien unterrichtet wurden. Dieselbe hatsich zu immer grösserer Bedeutung emporgearbeitet und den wohl-thätigsten Einfluss auf die Entwickelung des Hanauer Kunstgewerbesgehabt. Vorzugsweise hob sich die Goldwaarenindnstrie durch dasWandern der jüngeren Arbeiter nach den grossen Städten Paris, Lon-don, Wien etc. Staatshilfe wie in Pforzheim hat nicht stattgefunden.Mit der Zunahme des Luxus besserte sich das Geschäft in Goldwaarenvon selbst und obgleich man in früheren Jahren hauptsächlich nurbilligere Waaren angefertigt und bessere, feinere, aus Paris bezogenhatte, vollzog sich doch allmälig ein solcher Umschwung, dass jetztseihst die kostbarsten Gegenstände in Hanau gemacht werden. ImJahre 1848 wurde das erste Filialgeschäft in New-York gegründet, umder Geschäftsstockung auf europäischem Markt zu begegnen. Es be-standen in Hanau im Jahre 1865 113 Fabriken für Bijouteriewaaren,1 Emailfarbenfabrik, 3 Emailleure, 1 Estamperie, 2 Etuisfabriken,3 Graveure, 2 Silberwaarenfabriken und 1 Maschinenfabrik, welcheWerkzeugmaschinen für diese Branche liefert, daneben noch 3 Gold-arbeiter.
In der Gegenwart zählt man mehr als 160 Geschäfte, welche derBijouteriefabrikation angehören. Von diesen sind 130 Fabriken vonSchmucksachen, 35 Kettenfabriken, 5 Emailleure, 12 Stein- und Cameen-schueider, 2 Wappen- und Siegelschneider, 8 Graveure, 5 Etuisfabrikenund 3 Silberwaarenfabriken. Darunter sind etwa 40 grössere, dieübrigen, welche bis zu 15 Arbeiter beschäftigen, liefern ihre Productean Händler oder grössere Fabrikanten. Die Zahl der Arbeiter dürfte2000 wohl übersteigen; der Werth des verarbeiteten Metalls ist auf3 Mill. fl. zu taxiren, der Gesammtumsatz bei gewöhnlichem Geschäfts-gänge auf 8 Mill. fl. per Jahr. Die Einwohnerzahl der Stadt ist 187320 000 bis 21 000.
Die Arbeitstheilung ist so weit vorgeschritten, dass fast jede Fa-brik nur einen oder einige specielle Artikel anfertigt. Die Estamperienmachen z. B. nur Bordüren, Fassungen fürSteine und andere gepressteAusscbmückungstheile, einige Fabriken nur Ringe, andere nur Medail-lons, Manschettenknöpfe u. s. w. Der Absatz findet nach überallhinstatt, Filialgeschäfte befinden sich in London, Lima, San Jago de Chile,Rio de Janeiro, Valparaiso, Habana, Moskau, Neapel, auch sogar inBerlin. Die Arbeiter haben eine allgemeine freiwillige Kranken- undSterbecasse errichtet.
Die Zeichenakademie, aus Staatsmitteln erhalten, wird gegen-wärtig von 425 jungen Leuten, meist Goldarbeiterlehrlingen, besucht.An ihr sind ausser dem Director sieben Lehrer thätig. Der Unterrichterstreckt sich auf alle Fächer des Zeichnens und Modellirens, auch ein