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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
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Gruppe XVI. Heereswesen.

zur Geschichte des Pfeil- nud Kugelziehens.* Sie enthielt inansehnlicher Zahl seit den ältesten Zeiten bis jetzt zum Aufsuehen undHerausziehen von Geschossen benutzte Instrumente, und führte dieenormen Fortschritte, welche die Chirurgie namentlich in diesem Jahr-hundert gethan hat, recht klar vor Augen.

Ueher die vielseitige Verwendung, welche in stets wachsendemMaassstabe die Kautschuk- und Guttapertjapräparate auch für Laza-rethzwecke finden, gaben Auskunft die mannigfachen Apparate undGeräthe, welche besonders Reithofer; Waldeck, Wagner & Bendaaus Wien angefertigt hatten.

5. Künstliche Glieder, Ersatz von zerstörten Kiefer-theilen.

Wenngleich von den durch Anfertigung künstlicher Gliedmaassenbekannteren Instituten nur Collin&Co.undWerber aus Paris, Leiteraus Wien und Geffers aus Berlin ihre Erzeugnisse ausgestellt hatten,so waren die Einsendungen an sich doch ziemlich vielseitig. Neuesboten diese künstlichen Producte mit ihren beweglichen Gelenken frei-lich nicht dar; sie sind meist complicirt, daher theuer und, was beson-ders die Ersatzmittel für untere Extremitäten anbelangt, auch sehrgebrechlich.

Nur Leiter zeigte einen Gegenstand der die Aufmerksamkeit inhohem Grade zu fesseln vermochte, nämlich künstliche Füsse ausKautschuk. Sie besitzen kein Gelenk, sind unterhalb massiv ge-formt, daher der Abnutzung weniger unterworfen, und in Folge derElasticität des Stoffes genügend beweglich. Wie überaus praktischdiese Gliedmaassen sind, das erwies ein im Sanitätspavillon als Auf-wärter angestellter Knabe, der, an beiden Füssen amputirt, mit solchenGummifüssen versehen, seinem Dienste ohne Gebrauch eines Stockesund in einer Weise nachzukommen vermochte, dass Uneingeweihte denMangel natürlicher Glieder an ihm nicht bemerkten. Diese Erfindung —aus Amerika stammend ■— möchte von den segensreichsten Folgen füralle diejenigen Invaliden sein, denen nach erfolgter Amputation wohlein.künstliches Glied gewährt worden, die aber der häufig an demsel-ben vorkommenden theuren Reparaturen wegen doch zu einfacherenErsatzmitteln, z. B. dem Stelzfuss etc., zurückkehren mussten.

Anerkennend ist hier insbesondere der Bemühungen des Stutt-garter Vereins zur Anschaffung künstlicher Glieder fürVerstümmelte zu gedenken, der, obwohl erst 1868 begründet, dochschon bis Ende 1872, mit verhältnissmässig geringen Mitteln, an 219Personen hat künstliche Glieder ausgeben können und ausserdem nochfür deren Instandhaltung Sorge trägt.

Auch der österreichische patriotische Hilfsverein ent-faltet in gleicher Richtung eine recht erfreuliche Thätigkeit. und ist