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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
Seite
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Section II. Allgemeine Bewaffnung etc.

Die Sammlung enthielt ferner Proben der wichtigsten Spreng-mittel. Die erste Stelle unter diesen Präparaten nimmt wohl derpatentirte Nitrilstoff von A.Nobel & Co., Dynamit genannt, ein. Esexistiren jetzt vier verschiedene Sorten desselben, (eine für Gebrauchunter Wasser bestimmt), welche sich in ihren Eigenschaften unterscheidenund die Uebergänge vom brisanten zum schiebenden Sprengpulver ver-mitteln. Die Dynamitfabriken in Krümmel und Zamky waren inbesonderen Modellen dargestellt. Die Fabrikation wird jetzt in auto-matischer Weise betrieben. Die Rohstoffe (Schwefelsäure, Salpetersäure,Glycerin etc.) mischen sich, ohne dass Menschenhand dabei thätig ist,in geschlossenen Räumen, deren Temperatur an Thermometern beob-achtet werden kann. An Nebengeräthen wurden gezeigt: ein Wärm-apparat für gefrornes Dynamit (8° C.) und ein Apparat vonHess zur chemisch-technischen Werthbestimmung der Nitro-glycerinpulver.

Auch von Prof. Abels comprimirter Schiesswolle wareneinige Proben ausgelegt.

Das umfangreichste Object der Sammlung bildeten die verschiede-nen Zündvorrichtungen, unter denen fast alle gebräuchlichen Artenvertreten waren. Zu nennen sind: die englischen Bickford-Sicher-heitszünder (Schnuren) für trockne, feuchte und nasse Orte; Hawkeund Martins Sicherheitszünder; die Zündschnur des k. k.technisch-administrativen Militaircomites; der für Kriegs-minen, für Zündungen im Trocknen und unter Wasser so praktische,rasch brennende Zünder des Hauptmanns Trawniczek (mitKaut-schukhülle); dann die elektrischen Zünder nach den Systemen desGenerals Baron v. Ebner, von Bornhardt, Siemens und Halske,Schmidt und namentlich Trawniczek; die elektrischen undSchnurzünder nach Abel und andere mehr.

Yon den Zündapparaten: die galvanische Batterie (preus-sischer Zellenapparat) für Kriegsminen; dann reibungs-elektrischeZündapparate verschiedener Constructionen nach Bornhardt, fernernach Abegg mit Glas- und Kautschuksc-heiben; der Reibungs-cylinderapparat des Generals Baron v. Ebner; die Magneto-In-ductio nsapparate von Markus; die dynamo-elektrischen Appa-rate von Siemens und Halske; die Zündungsmethode mittelstInductionsstromes (Ruhmkorff) und die durch Extrastrom fürSeetorpedos nach General Baron v. Ebner, sowie diejenige für Tritt-torpedos nach Trauzl und andere mehr.

Einige Rettungsapparate für Kriegsminen sowie Zeichnun-gen über vom k. k. technisch-administrativen Militaircomite und vom k. k.Geniecorps ausgeführte Sprengungen, nebst einer Collection vonBüchern und Karten über verschiedene Zweige der Sprengtechnikvervollständigten die lehrreiche Ausstellung.

Wiener Weltausstellung. III. 2.

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