Druckschrift 
Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
Seite
57
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Section II. Allgemeine Bewaffnung etc. 57

Die Gebrüder Bayet (Lüttich), die in der 7. Gruppe mit einerbeträchtlichen Anzahl schöner Jagdgewehre und Le fauche ux-Revol-ver aufgetreten waren, unterstellten der Beurtheilung der 16. Gruppeeinen neuen einfachen Kriegsrevolver zu 12 mm Kaliber. DieseWaffe, für Metallpatronen zu Centralzündung eingerichtet, mit heraus-nehmbarem Kammercylinder versehen, zeichnet sich besonders dadurchaus, dass der Hahn im Schlosskasten, geschützt gegen äussere Einwir-kung, gelagert ist, und dass sie einen äusserst soliden Mechanismusbesitzt, der ohne Werkzeuge rasch auseinanderzunehmen und wiederzusammenzusetzen ist. Das Schloss besteht nur aus sechs Theilen, unterdenen sich eine zweiarmige sehr wirksame Schlagfeder befindet. Hahn,Nuss, Abzug sitzen auf festen Achsen. Ein Druck auf einen Knopf desKolbenbleches genügt, um Kolben und Schlossblech zu drehen und denSchlossmechanismus freizulegen, ohne einen Theil davon abzulösen.Das Schloss kann auf diese Weise bequem gereinigt und in Stand ge-setzt werden. Durch Drehen einer Schraube mit Knebelkopf wird esmöglich, Lauf und Kammercylinder niederklappen, laden, reinigen und,wenn nöthig, letzteren mit seinem Extraetor ausheben zu können.Der Revolver macht durch seine Solidität und die Bequemlichkeit, mitwelcher er zu handhaben ist, einen vortheilhaften Eindruck und dürftefür den Gebrauch bei der Truppe recht geeignet sein.

C. Fusnot & Co. (Brüssel) lieferten eine äusserst reichhaltigeSammlung von Metallpatronen, die wohl zu dem Besten zählen, wasin diesem Genre existirt. Die saubere Arbeit der glatt abgedrehtenHülsen, die normale Gleichmässigkeit der Böden, die Präcision des Ein-satzes der Kapseln bekundeten schon äusserlich die Vorzüglichkeit desFabrikats.

Niederlande. An Handfeuerwaffen hatte nur P. J. in de Betou(Delft) einige Exemplare des im Jahre 1871 zur Neubewaffnung derholländischen Armee adoptirten Beaumont-Gewehres beigebracht.Diese Einzelnladungswaffe beruht auf dem Kolbenverschluss für Metall-patronen mit Centralzündung; sie hat als Vorläufer das Zündnadel- unddas Chassepotgewehr.

Die Spiralfeder ist durch eine im hohlen Knopfgriffe des Verschluss-cylinders angebrachte doppelarmige Schlagfeder ersetzt, welche dieVerbindung des Bolzens und des Cylinders vermittelt. Ein Einschnittin den Verschlusskolben, mit einer Schraubengewindefläche versehen,welcher ein Ansatz unter der Platte des Schlagbolzens entspricht, ver-mittelt die Bewegung des Verschlussstückes. An Stelle des Nadelrohrstritt ein Cylinder mit eingelegtem Federejector. Der Mechanismusbedingt zwei Ladetempos: Linksdrehen und Zurückziehen desKnopfgriffes Spannen, Oeffnen, Patroneauswerfen, ferner Vor-schieben und Rechtsumlegen des Griffes Schliessen.