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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
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Gruppe XVI. Heereswesen.

die drei Actionen: Spannen der Feder, Oeffnen des Verschlusses, Aus-werfen der Patronenhülse vollführt.

ln dem neuen englischen Ordonnanzgewehre haben die praktischenIdeen v. Martinis die belohnende Verwerthung gefunden.

R. Schmidt, eidgenössischer Stabsmajor (Bern), lieferte zweiCadettengewehre ein (System Vetterli, Einzelnlader), das Stück zumPreise von 43 bis 50 Francs. Der Einsender, bekannt durch seinepatriotischen Bestrebungen, die "Wehrhaftigkeit der Nation durch Ein-bürgerung des Schiesswesens hei der Bevölkerung und insbesondere beider Jugend zu heben, wollte durch diese Gewehre zeigen, wie es ihmgelungen sei, für einen äusserst billigen Preis eine gute, einfache,kriegstüchtige "Waffe herzustellen.

W. v. Steiger (Thun) hatte ausser Bepetirgewehr und Stutzeneinen Revolver ausgestellt, der verbesserte Griffform hesass und daherguten Anschlag ermöglichte. Er war von einfacher, solider Construction,leicht zu laden und zu zerlegen, überdies auch in praktischer Weisemit*Wischer und Schraubenzieher im Kolben, mit Putzstock'am Laufeausgerüstet. Die Bemerkung der Fabrik lautete dahin, dass die Waffeein genaueres Schiessen auf weitere Distancen hei grösserer Percussions-kraft des Geschosses gestatte; dieselbe war jedoch durch keine näherenAngaben motivirt. Das v. Steigersche Etablissement erfreut sich inRücksicht seiner Leistungsfähigkeit eines sehr guten Rufes.

Die Ausstellung der schweizerischen Handfeuerwaffen, obgleich sienur wenige Systeme umfasste, war, wie selbst aus den vorstehendenkurzen Worten hervorgehen dürfte, eine an sich höchst bedeutungsvolle.Jedenfalls verdient das Militairdepartement der Eidgenossenschaft dievollste Anerkennung für seine schon seit Jahren und mit dem bestenErfolge hethätigten Bemühungen um Förderung des Waffenwesens.

Italien. Regierung und Privatfabrikanten hatten sich lebhaft ander Ausstellung von Handfeuerwaffen betheiligt; es lagen namentlicheine Menge Abänderungsconstructionen für Hinterlader aus, von denenaber nur wenige Bemerkenswerthes boten.

Kriegsministerium. Die Artilleriedirection der Waffenfabrikin Turin führte vor: Infanteriegewehre und Carabiner nach dem Einzeln -ladersysteme Vetterli (Schweizer Cadettengewehr) mit Modificationfür Centralzündungspatrone, wie sie als Modelle im Jahre 1870 für dieNeubewaffnung der Armee aus fünfjährigen Concurrenzversuchen her-vorgegangen. Sehr praktisch construirt erschien hei diesen Vor-lagen das auf den Gussstahllauf gelöthete Quadrantenvisir, dessenStellschieber durch den Druck einer Feder beim Aufrichten der Visir-platte in Einschnitten der Quadranten festgehalten wird. Die dreiGewehrfabriken zu Turin, Brescia und Neapel sind darauf eingerichtet,täglich gegen 450 Stück der neuen Gewehre anfertigen zu können.