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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
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Gruppe XVI. Heereswesen.

Annahme des kleinen Kalibers sowie neuerdings in der Herstellung undEinführung eines vorzüglichen Repetirgewehres.

In eine zweckmässig arrangirte, die Handwaffen umfassende Gruppewaren zusammengefügt an ersten kleinkalibrigen Gewehren (nurnoch von historischem Werthe) ein Vorderladerstutzen, ein Vorder-lader-Jägergewehr, dann von jetzigen Ordonnanzwaffen: ein Ee-petirgewehr, ein Repetirstutzen, ein Repetircarabiner, ein Cadettengewelir(Einzelnlader), sämmtlich nach System Vetterli, und ein Revolver,dann ein umgeändertes Infanteriegewehr, transformirt aus dem klein-kalibrigen Vorderlader (Modell 1863) in einen Hinterlader nach demvon Professor Ämsler verbesserten amerikanischen Systeme Mil bank(Charnierklappe mit Schliesskeil). Als Zubehör erläuterte eine Collectionvon Patronen in den einzelnen Stadien der Herstellung die Zusammen-setzung der Munition. Sämmtliche Gewehre des Kalibers 104 mmführen die gleiche Patrone, mit einem Geschoss von 20'2 g Gewichtund flaschenförmige Hülse von Tomback mit Randzündung.

Eine graphische Darstellung der Flugbahnen und derTreff-sicherheitsverhältnisse gezogener und nicht gezogener Infanteriegewehrevervollständigte das ausführliche Bild über die Handfeuerwaffen derSchweiz.

Schweizerische Industriegesellschaft in Neuhausen(Schaffhausen). Diese Association, gegründet 1853, befasst sich ausser derHerstellung von Eisenbahnwaggons und Kriegsfahrzeugen vorzugsweisemit der Anfertigung von Militairfeuerwaffen, und zwar bis jetzt alleinnach dem von ihrem technischen Director Friedrich Vetterli con-struirten und benannten Systeme. Eine Probecollection aus den vondem Etablissement hergestellten Ordonnanzgewehren, darunter auch derfür die italienische Regierung nach Art des Schweizer Cadetten-gewehres ausgeführte Einzelnlader, liess genaue Einsicht in die Detail -construction und technische Ausführung der Waffen gewinnen und be-zeugte die Güte und die sorgfältige Arbeit der ausgestellten Modelle.

Vetterlis Repetirgewehr beruht auf einer Verbesserung desamerikanischen Gewehres von Ilenry-Winchester. Das Functionirendes Mechanismus erfolgt bei ihm nicht wie bei jenem durch Vermittelungdes Abzugsbügels, sondern durch eine eigene am Verschlusscylinderangebrachte Handhabe (Nusshebel). In der Bohrung des Cylindersfindet ein Schlagstift mit Gabel für doppelte Zündung der Randfeuer-patrone Führung, oben auf dem Cylinder sitzt ein Federextractor undauf seinen hinteren Theil ist, geschützt durch ein eigenes Gehäuse, eineSpiralfeder (Schlagfeder) geschoben. Das Patronenmagazinrohr, ausMessing angefertigt, liegt im Schafte unter der Laufnuthe, es fasst11 Patronen, welche bei der Verwendung successive von einer Spiral-feder in einen Zubringer vorgedrückt und aus diesem in den Laufbefördert werden.