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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
Seite
48
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48 Gruppe XVI. Heereswesen.

Verschlüsse hatte sie ansgestellt, dem jedoch besonderer Werth nichtbeizulegen war.

W. Soper (Reading) brachte das von ihm construirte und benannteGewehrmodell, das sich in England eines guten Rufes erfreut. Eswar im Jahre 1868 mit in die Waffenconcurrenz eingetreten, aberobgleich es in Rücksicht auf Feuerschnelligkeit und Treffsicherheitsehr befriedigte, zurückgewiesen worden, weil der Verschluss zu com-plicirt und die am Abzugsbügel angebrachte Sicherheitsvorrichtungnicht zweckmässig genug erschien.

Das Gewehr ist seit dieser Zeit erheblich verbessert worden. DerVerschluss, dem Charniersysteme angehörend (Klappe), ist einfach, auswenigen Theilen zusammengesetzt, vorzugsweise auf der Thätigkeiteines Hebelwerks und einer Schlagfeder beruhend. Er functionirt fürgewöhnlich in zwei Tempos, bewirkt beim Oeffnen der Klappe dasAuswerfen der Patronenhülse und das Spannen des Hahnes, beim Zu-drehen derselben den Abschluss des Laufes. Doch ist auch dieMöglichkeit gegeben, mit einem Tempo auszureichen und unmittelbarnach dem Laden abzudrücken; die Kla23pe schliesst sich dabei und kanndas Abfeuern erst dann erfolgen, wenn der Hammer des Hahnes sieaxial treffen kann, also der Lauf völlig geschlossen ist. In diesemletzteren Moment beruht zwar eine gewisse Sicherheit für den Schützen,doch möchte es überhaupt etwas Bedenkliches haben, dass das geladeneGewehr sich stets in Spannung befindet.

Es wurde angegeben, Sopers Gewehr könne in einer Minute60 mal geladen und abgefeuert werden. Wenn das auch nicht geradebezweifelt werden soll, so setzt es doch Künsteleien beim Laden voraus,die ohne jeglichen praktischen Werth sind. Jedenfalls steht aber fest,dass die Waffe zu den am raschesten feuernden Einzelnladern gehört.Als Beispiel der Wirksamkeit wird angeführt, dass Hauptmann Gilkesin drei Minuten auf 200 Yards Entfernung nach der gewöhnlichenScheibe 97 Schuss abgegeben, davon seien unter 95 Treffern 13 in dasCentrumgeviert, 38 in das Mittelgeviert, 44 in das äussere Scheiben-geviert gefallen; ebenso dass vier Mann auf 200 Yards Distance mitdem Soper-Gewehre 770 Marken, mit dem Snider-Gewehre nur 306Marken erlangt hätten.

Für eine Vergleichung des Sojjer-Gewehres mit dem Martini-Gewehrewaren 13 verschiedene Fragejsunkte aufgeführt; auf diese sollen 253Antworten abgegeben worden- sein, von denen 250 lediglich für dieerstere Waffe , keine zu alleinigen Gunsten der zweiten gelautet unddrei beide für gleichstehend erklärt hätten. Wie weit die Genauigkeitdieser Angaben reicht, liess sich nicht ermitteln.

P. Webley & Son (Birmingham und London) hatten eine ganzeReihe Hinterladerflinten, Büchsen und Revolver nach verschiedenenSystemen und in verschiedener Güte eingesendet. Beachtenswert,!! war