46
Gruppe XYI. Iieereswesen.
des Zündnadelgewehrverschlusses mit Extractor verseilen) in die XVI.Gruppe zählte, hauptsächlich Revolver geliefert, darunter einige vonrecht bemerkenswerthen Constructionen.
Von Oberst Le Mat stammte ein Revolver ä mitraille und ein ebensolcher Karabiner. Beide Waffen führen zwei Läufe, von denen deruntere glatte ein grösseres Kaliber (ll'Smm) besitzt und zur Aufnahmeeines Kartätschschusses bestimmt ist, der obere dagegen in gewöhnlicherWeise benutzt wird. DerCylinder des Revolvers führt neun Kammern,und dient ihm der Mitraillenlauf zur Achse. Am Hahne des Schlossessitzt ein bewegliches Stück, das durch den Daumen des Schützen diri-girt werden kann und es so ermöglicht, nach Belieben entweder denRevolverlauf oder den Kartätschlauf, letzteren vermittelst eines Feder-stiftes, auf den das bewegliche Hahnstück trifft, abzufeuern. Der Ver-schluss mit Extractor ähnelt dem des Km ka-Gewehres. Die Kartätsch-patrone enthält in der Metallhülse oben ein ausgekehltes Bleigeschossund unter einer Papierfüllung sechs kleine Schrotkörner.
Manche interessante Abänderung und Verbesserung an Revolvernlieferte die Firma Gal and aus Paris.
Ihr Revolversystem soll in der französischen Armee eingeführtwerden. Einer der Revolver zeichnete sich bei aller Solidität durchbesondere Einfachheit aus, er gestaltete rasches und leichtes Auseinander-nehmen mid Zusaminensetzen, ohne irgend eine Schraube lösen zu dürfen,und würde sich daher für Kriegszwecke besonders empfehlen. Eineandere Einrichtung zielte dahin, das Laden zu erleichtern, sie beruhtedarauf, dass Lauf und Kammercylinder vermittelst eines Charnieres,nach Lüftung einer Feder umgeklappt werden und die entleerten Hülsengleichzeitig durch eine Scheibe ausgehoben werden konnten.
Galand zeigte auch einen Mitraillenrevolver ähnlich dem LeMat’-schen, nur war derselbe mit zwei Hähnen, von denen dei' eine für denKartätschlauf diente, montirt.
Ferner lag von ihm einProject vor, Revolver mit eisernen Ansatz-kolben zu versehen, um bequemer anschlagen und zielen zu können.
Die Galand’sche Fabrik ist von bedeutender Leistungsfähigkeit,sie verwerthet Maschinen in umfänglicher Weise. Der Preis eines gutenKriegsrevolvers stellt sich bei ihr auf 55 Francs.
Faure le Page gab ebenfalls Revolver verbesserter Art, besonderssolche, bei denen die Kammercylinder bequem aus- und eingelegtwerden konnten.
Das so bekannte Haus Gevelot (Paris) hatte eine umfänglicheSammlung verschiedener Arten von Munition für Jagd- und Kriegs-gewehre ausgelegt: Zündhütchen, Geschosse, Patronen und Hülsen fürRandfeuer und Centralfeuer mit und ohne Papierbezug, auch Kriegs-zünder, selbst Granaten mit Dynamitfüllung. Interessant war eine Collec-tion von Patronendurchschnitten der verschiedensten Gewehrsysteme.