Druckschrift 
2 (1866)
Entstehung
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2 (Langenscheidtsche Verl.-B.) Engl, u. Frz. Orig.-Illlterricktsbr. (Berlin 8V 48.)

«eit einem Menschenaltcr ha! die Sprach-^ Wissenschaft, srüher fast ausschließlich denalten klassischen Sprachen zugewandt, erst diedeutsche, dann die anderen lebenden Kultur-sprachen in ihr Bereich gezogen und dadurcheinen nie geahnten Aufschwung genommen.Die auf solchen Studien fußenden Lehrer habenin unseren Unterrichtsanstalten allerdings dasgrammatische Wissen bedeutend gefördert;allein das Können, die lebendige Hand-habung der fremden lebenden Sprache bliebdoch rühmliche Ausnahmen abgerechnethinter den Bedürfnissen der Zeit zurück.

Dem in der Regel ans einer nicht so hohenwissenschastlichen Stuse stehenden Privat-Un-terricht gelang es nur selten, diese Lücke zu cr-giinzen, so daß eine F e r t i g k e i t im Gebraucheder Sprache säst nur in gereisterem Alter zuerwerben war, und zwar entweder durch denAufenthalt im Land« selbst oder, in den weit-aus meisten Fällen, durch Selbststudium.Für letzteres aber fehlte es an brauchbarenHilfsmitteln.

Die Erkenntnis dieser Mängel rief vor39 Zähren die nachstehend besprochenen Ori-ginal-Unterrichtsbriese hervor.

Die wichtigste Errungenschaft der MethodeToussaint-Langenscheidt beruht in der (durchtausendsältigeAnerkcnnungbestStigten) That-sache, daß die Methode jedem, der lernenwill, die Möglichkeit bietet,

sein eigener Lehrer

zu werden, ohne an kostspiel. Privat-Unterricht,bestimmte Lehrstunden -c. gebunden zu sein.

Eine der Hauptursachen dieses Resultatswar augenscheinlich die, nur dieser Methodeeigene, wirkliche Vertretung der be-treff. Nationalitäten in der Person derVers.: Jede Spr. ist von einem Engländer,bzw.Franzosen u. zweien, bzw. einem Deutschen vonvornherein gemeinschaftlich bearbeitet.

Von diesen Verfassern wirkten die Pro-sessoren Lloyd, bzw. Toussaint hier inBerlin seit länger als 2b Zähren als Lehrerihrer Muttersprache; ihre prakt. Erfahrung imSprach-Unterricht an Deutsche brachte denWerken großen Nutzen. Prof.Langenscheidtdagegen vertrat das deutsche Element unddiente der Sache mit seiner method. Erfah-rung. Prof. vr. van Dalcn kam außerdemdem engl. Unterrichte mit seiner wissen-schastlichen Sprachkenntnis zu Hilfe: so daßvon seiten derGrammatik und Methodikalles geschehen ist, um beide Werke möglichsterVollkommenheit entgegen z» führen.

DieAllg. Schulztg." sagt hierüber:wie nur immer ein tüchtiger Lebrer denUnterricht mit derlebendigen Stimme" erteiltso verhandeln die Verfasser aufs gründlichsteniit ihren Schülern und überbieten dabei nochden besten Lehrer dadurch, daß sie, was in derlebendigen Persönlichkeit unmöglich ist, zweiSprachmeister zu gleicher Zeit sind, indem beideNationalitäten zu einer Persönlichkeit zu«sammenschmelzen, wodurch eine doppelte Lehr«kraft zu einer mächtigen Potenz wie zusammen»gewachsen ist, die so das rein Unmögliche leistet."

Eigentümlichkeiten dieses Unterrichts.

1) Es wird dem Schüler keine jener großentrockenen Grammatiken in die Hand ge-geben, deren Anblick allein manchen ent-mutigt, sondern der Lehrstoff wird ihmin kleinen Quantitäten, aber stetsin großer Mannigfaltigkeit geboten.

2) Ein sittenreincr Roman dient dem Unter-richte zur Grundlage und macht das ganzeStudium spannend und unterhaltend.

3) Der Schwerpunkt liegt in der Angabeder Aussprache nach dem T.-L.schcnSystem, das für die Sprache das ist, wasfür die Notenschrift die Musik. Zeder, derdeutsche Druckschrift richtig liest, vermagdanach auchdie fremde Sprache;» sprechen.

(Man vergleiche die Urteile ans S. a u. «.)

4) Vortrag allgemein Verständlich.

5) Sprechen, Lesen und Schreibenderfremden Sprache von der I. Stunde an.

6) Zeder Bries bringt die Lösungen der Aus-gaben des vorigen.

7) Vervollkommnung auch im Deutschen.

8) Vorkenntniffe oder besondere Fähigkeitenwerden nicht vorausgesetzt. Dagegen wirdAnstrengung und Einsetzung der edelstenKräste des Selbststndierenden verlangt.

9) Zede Sprache ist für sich besonders bear-beitet, so daß die Wahl srei steht, mit Engl,oder Franz, zu beginnen.

10) Auch Geübteren Vervollkommnung.

Erfolge der Methode Toussaint-Langenscheidt.

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