Druckschrift 
2 (1866)
Entstehung
Seite
94
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aus dem nahen Orte, wo er sich mit seiner Mutter aufhielt, herbei-geholt und zum Kaiser ausgerufen.

46. Valens und Procopius.

Valens regierte zugleich mit seinem Bruder Valentinianus, vondem wir so eben gesprochen haben, dreizehn Jahre und fünf Monate.(2.) Dieser Valens ließ sich mit den Gothen in ein höchst unglücklichesTreffen ein '), und wurde, von Weitschüssen verwundet, in eine ge-ringe Hütte geschafft, wo er, von den Gothen überfallen, die das Ge-bäude über ihm in Brand steckten, von den Flammen verzehrt wurde.(3.) Seine lobenswerthen Eigenschaften waren folgende. Er sorgtewohlwollend für die Grundbesitzer, änderte nur selten die Richter,war seinen Freunden treu und sein Zorn wurde Niemandem nachthei-lig oder gefährlich, freilich aber war er auch sehr furchtsam. (4.) Un-ter seiner Regierung maßte sich Procopius die Herrschaft an, wurdeaber ermordet.

47. Gratianus und Maximus.

Gratianus, zu Sirmium geboren, regierte mit seinem VaterValentinianus acht Jahre und fünfundachtzig Tage, mit seinem Oheimund Bruder drei, mit demselben Bruder und Theodosius vier Jahreund außer diesen allen mit Arcadius noch sechs Monate. (2.) DieserKaiser erschlug dreißigtausend Alemannen in einer Schlacht bei Argen-taria ?) in Gallien. (3.) Da er bemerkt hatte, daß von Seiten derGothen und Taiphalen ^), welche Thracien und Dacien gleichsamschon als angestammtes Land besaßen, und der alles Verderbliche an

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1) Bei Adrianopel, wo zwei Drittel des römischen Heeres non den Gothenunter Friediger» vernichtet wurden.

2) Unter den sehr abweichenden Ansichten über die Lage dieses Ortes scheintdiejenige die richtigste, nach welcher er das heutige Artzenheim ist.

Ein im alten Dacien wohnender Zweig der Westgothen, der noch bei Greg.Dur. IV, I, S. unter den Westgothen in Gallien als DdoixLali vorkommt.

4) D. h. das spätere Dacien Aurelian's. Vgl. oben S. 2S Note 2? ' '