Druckschrift 
2 (1866)
Entstehung
Seite
39
Einzelbild herunterladen
 

39

Leichtigkeit zu Stande gebracht wird, wenn Mäßigung und Rechtschaf-fenheit hinzu kommt. (5.) Dich erkannte man besonders aus demBeispiel unseres Kaisers. Seinen sofortigen eiligen Ausbruch nachItalien gegen andere Feinde verzögerten der rauhe Winter und diesdurch Schnees versperrten Alpen. (6.) Unterdessen hatte sich zu RomPotentianus, ein Verwandter des Flavius von mütterlicher Seite, mitHülfe des bestochenen Pöbels und einer bewaffneten Fechterschaar, zu-gleich auch begünstigt durch den Haß gegen Magnentius, nach Ermor-dung des Stadtpräfecten zum Kaiser gemacht. (7.) Sein Stumpf-sinn brachte solches Verderben über Volk und Senat, daß überall Häu-ser, Marktplätze, Straßen und Tempel mit Blut und Leichnamen, gleichLeichenbrandstätten, bedeckt waren. (8.) Doch nicht blos durch ihngeschah solches, sondern auch die herbeieilenden Schaaren des Magnen-tius, die am sieben und zwanzigsten Tage sseiner Herrschafts seineFeinde erschlagen hatten. (9.) Aber schon vorher hatten, weil manBewegungen von Außen her besorgte, Magnentius seinem Bruder De-centius Gallien und Constantius dem Gallus, dessen Namen er nach demseinigen umgewandelt hatte, den Orient unter Ertheilung der Cäsaren-würde übergeben. (10.) Die beiden Kaiser selbst führten drei Jahrelang in mehreren heftigeren Treffen Krieg mit einander, zuletzt aberverfolgte Constantius seinen fliehenden Gegner nach Gallien und-thigte beide Brüder, sich auf verschiedene Art selbst zu tödten. (11.)Unterdessen wurde auch ein Aufstand der Juden, die einen gewissenPatricius ruchloser Weise auf den Thron erhoben hatten, unterdrückt;(12.) und nicht lange darauf kam Gallus seiner Grausamkeit und Wild-heit wegen auf Befehl des Kaisers um. (13.) So kam nach demlangen Zwischenräume von fast siebzig Jahren die Staatsverwaltungwieder in die Hände eines Einzigen. (14.) Doch eben erst nach in-neren Erschütterungen zur Ruhe gekommen, wurde der Staat vomSilvanus, der zur Uebernahme der Regierung gezwungen wordenwar, wiederum bedroht. (15.) Dieser Silvanus nämlich, in Gallienvon barbarischen Aeltern gezeugt, hatte es, nachdem er alle Grade desMilitärdienstes durchlaufen, durch seinen Uebergang vom Magnentiuszum Constantius noch ziemlich jung bis zur Würde eines Befehlshabersdes Fußvolks gebracht; (16.) als er aber, sei es aus Furcht, sei esaus Unbesonnenheit, eine noch höhere Stufe erstiegen hatte, wurde er

-e

K

U

L