zu Cäsaren ernannt, und Ersterem Italien, Letzterem aber der frühereRegierungsbezirk des Jovius zugewiesen. (2.) Da dies Constantinus,dessen großer und gewaltiger Geist schon von Kindheit an von Herrsch-begierde glühte, und der vom Galcrius unter dem Vorwände gewissen-hafter Beaufsichtigung gleichsam als Geißel gehalten wurde, nicht er-tragen konnte, flüchtete er auf listige Weise, indem er, um die Absichtder ihm Nachsetzenden zu vereiteln, auf seinem ganzen Wege die Post-pferde tödten ließ, und gelangte so nach Britannien, (3.) wo in diesenTagen sein Vater Constantius gerade mit dem Tode rang. (4.) Nach-dem derselbe gestorben war, übernahm er mit Zustimmung aller An-wesenden die Regierung. (5.) Unterdessen bestätigten zu Rom dasVolk und die Leibwache den Maxentius als Kaiser, obgleich sein Va-ter Herculius es lange zu Hintertreiben suchte. (6.) Als dies Armen-tarius erfuhr, befahl er dem Cäsar Severus, der sich zufällig in derNähe von Rom befand, den Gegner schleunigst zu bekämpfen. (7.)Während nun dieser vor den Mauern stand, wurde er von seinenLeuten, die Maxentius durch Belohnungen auf seine Seite gelockt hatte,verlassen, ergriff die Flucht und kam, zu Ravenna belagert, um. (8.)Dadurch noch mehr erbittert, ernannte Galerius mit Zuratheziehungdes Jovius den durch alte Freundschaft erprobten Cäsar Licinius zumAugustus und brach, nachdem er ihn zum Schutze Jllyriens undThra-ciens zurückgelassen hatte, gegen Rom auf. (9.) Während er mitBelagerung dieser Stadt längere Zeit beschäftigt war, wurden seineSoldaten auf dieselbe Weise verlockt, wie früher die des Severus, unddeshalb zog er, aus Furcht, von ihnen verlassen zu werden, aus Ita-lien ab, und starb kurz darauf an einer gefährlichen Wunde '), nach-dem er dadurch, daß er ungeheure Wälder ausrotten und dem Pelso-see 2) einen Ausfluß in die Donau geben ließ, eine bedeutende StreckeLandes in Pannonien für den Staat ergiebig gemacht (10. und die-selbe nach dem Namen seiner Gemahlin die Provinz Valeria benannthatte. (11.) Seine Regierung währte fünf, die des Constantius nur
') Vielmehr an einer ekelhaften Krankheit (der sogenannten LLusesucht, odervielleicht auch einer syphilitischen Krankheit).
2) Der heutige Palaton oder Plattensee, der noch jetzt durch einen in dieSarvitz geleiteten Kanal einen Abfluß in die Donau hat.