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Hier sing er nach griechischer Sitte oder nach dem Beispiele desNuma Pompilius den religiösen Gebräuchen, der Gesetzgebung, denGymnasien und den Lehrern der Wissenschaften eine solche Fürsorge zuwidmen an, (3.) daß er sogar eine Schule der freien Künste, ein Athe-näum, wie man es zu nennen pflegt, gründete, (4.) und daß Rom nunauch nach Sitte der Athenienser die Mysterien der Ceres und der so-genannten eleusinischen Libera ') eifrig feierte. (5.) Darauf, wie esbei ruhigen Verhältnissen gewöhnlich der Fall ist, in seiner Thätigkeitnachlassend, begab er sich auf'S Land und zog sich zuerst nach Tibur 2)zurück, indem er die Regierung der Stadt dem Cäsar Lucius Aeliusüberließ. (6.) Er selbst erbaute nun, wie cs die Sitte reicher, vomGlück begünstigter Leute ist, Paläste, stellte Gastmähler an, kaufte Sta-tuen und Gemälde, kurz widmete Allem, was Gegenstand des Luxusund der Schwelgerei ist, eine fast zu ängstliche Aufmerksamkeit.(7.) Hieraus entstanden ungünstige Gerüchte; man sagte, er habe un-züchtigen Umgang mit Jünglingen gepflogen und sei von schimpflicherLiebesglut für Antinous entflammt gewesen, und dies; sei auch dieeinzige Ursache, weshalb er eine Stadt, die des Jünglings Namentrage ^), erbaut und ihm Bildsäulen errichtet habe. (8.) Andre frei-lich wollen darin eine Handlung gewissenhafter Dankbarkeit finden,weil, als Hadrian eine Verlängerung seines Lebens gewünscht und dieMagier verlangt hätten, daß dann ein Anderer sich an seiner Stattsteiivillig dem Tode weihen müsse, während alle Uebrigcn sich weiger-ten, Antinous sich dazu erboten habe; darin hätten die oben erwähntenGunstbezeugungen ihren Grund. (9.) Wir wollen die Sache dahin-gestellt sein lassen, obgleich wir den vertrauten Umgang zwischen Per-sonen von ganz ungleichem Alter bei einem wollüstigen Temperamenteimmer für etwas verdächtig halten. (10.) Da unterdessen der CäsarAelius gestorben war, Hadrian selbst aber nicht mehr Geisteskraft ge-nug besaß und daher gemißachtet wurde, so rief er zur Erwählung
') D. h. der Proserpina.
Das heutige Tivoli in reizender Lage, ein Licblingsanfenthalt vornehmerund reicher Römer im Sommer.
'b Die prachtvolle Stadt AntinoopoliS in Aegypten, jetzt Ruinen Namens En-leneh, beim Dorfe Scheik-Abadeh, nordöstlich von Achmnnain, Aschmnnein.