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1 (1866)
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zu weit gegangen waren, lieber ans bessere Wege leiten, als unterMartern tödten lassen, weil er sehr richtig urtheilte, daß die Meistenihre ruchlosen Dienste nur ans Furcht geleistet hätten. (3.) Sodannließ er viele Verschwörungen ungestraft hingchcn, indem er mild, wieer war, die Theilnehmcr blos der Thorhcit beschuldigte, da sie nichtwüßten, welche Last und Beschwerde die Herrschcrwürde sei. (4.) Zu-gleich der Wahrsagerkunst ergeben, deren Anssprüche er bet vielen seinerUnternehmungen als wahr erkannt hatte, lebte er der festen Ueber-zengung, daß seine Söhne Titus und Domitianns seine Nachfolger aufdem Throne sein würden. (5.) Außerdem beseitigte er durch höchstzweckmäßige Gesetze und, was noch weit wirksamer war, durch dasBeispiel seines eigenen Lebens viele der herrschenden Laster. (6.) Einigehegen zwar die irrige Meinung, er habe den Reizen des Geldes nichtwiderstehen können, während es doch hinlänglich bekannt ist, daß nurdie Erschöpfung des Staatsschatzes und der Ruin mehrerer Städte eswaren, die ihn zur Einführung neuer und auch nicht lang bcibehaltenerAbgaben nöthigtcn. (7.) Zu Rom wurden das Capitolium, dessenNiederbrennen ich oben erwähnt habe, der Tempel des Friedens, dieDenkmäler des Claudius"), das so gewaltige Amphitheaters undmehrere andere Bauten, sowie auch ein Forum , nicht blos ange-sangen, sondern auch vollendet. (8.) Ueberdieß wurden in allen derrömischen Herrschaft unterworfenen Ländern Städte mit großer Prachtwieder aufgcbaut, große Bauten erfordernde Kunststraßen angelegt undauf der flaminischcn Straße^) Berge durchbrochen und ein leichterDurchgang durch sie geschaffen. (9.) Alle diese so zahlreichen und

*) Ein schon vom Agrippa angefangener, aber vom Nero wieder fast ganz ab-gebrochener Tempel des Kaisers Claudius.

2) Dieses Riesenwerk (das I'lavium, dessen Bau Vespasian be-

gann, TituS sortsetzte und Domitian vollendete) ist das noch jetzt in seinen Haupt-theilen vorhandene Colosseum.

') Hier ist wohl das I'orum Ilorvas gemeint, das vielleicht schon vom Vespa-sian begonnen, vom Domitian weiter gebaut und vom Nerva vollendet wurde. Dievon Prachtgebäuden, Basiliken, Tempeln und Säulenhallen umgebenen, aber keinengroßen freien Platz bildenden und besonders zu Gerichtshandlungen, Börsengeschäftenv- s. w. bestimmten Kaiserfora befanden sich alle neben einander nördlich vom altenk'orum Romaaum, mit dem sie fast nur noch den Namen gemein hatten.

^ Die große Hauptstraße, welche durch Etrurien nach ObentaUen führte.