geschlossen, weil er zu spät gekommen sei. Daher hat sich noch heuti-gen Tages der Gebrauch erhalten, daß keinem Mitgliede der PinarischenFamilie>) bei dieser Opserhandluug zu essen gestattet ist. (3.) Einigebehaupten, sie waren früher mit einem andern Namen belegt gewesen,später aber vom Griechischen Pinarier genannt worden, weil
sie nämlich mit leerem Magen und somit hungrig von diesem Opserhinweggingen. (4.) Diese Sitte, daß, wenn die Potitier das Opserbesorgten und von dem Stiere, den sie geopfert hatten, aßen, die Pi-narier erst dann zugelassen wurden, wenn die Potitier Nichts mehrübrig gelassen hatten, erhielt sich bis auf den Censor Appius Claudius.(5.) Später aber verlockte Appius Claudius die Potitier durch eineGeldspende, daß sie die Besorgung des OpserdiensteS des Hercules denöffentlichen Sclaven lehrten und auch selbst weibliche Personen dabeizuließen. (6.) In Folge dessen soll die ganze Familie der Potitier,welche bis dahin den Vorrang beim Opfer hatte, innerhalb dreißigTagen ausgestorben und so die Besorgung des Opfers in den Händen derPinarier geblieben sein, und diese, sowohl von Religiosität als von Pflicht-gefühl geleitet, solche geheimnißvolle Gebräuche treulich bewahrt haben.
!). Als nach dem Tode des Faunus sein Sohn Latinus in Ita-lien regierte, verließ Aeneas, nachdem Jlium vom Antenor und an-dern Fürsten 4) an die Achiver verrathen worden war, bei Nacht dieStadt, indem er die Familiengötter vor sich sauf den Armens, seinenVater Anchises aber auf den Schultern trug und zugleich seinen kleinenSohn an der Hand mit sich sortzog. Obgleich bei Tagesanbruch vonden Feinden erkannt, wurde er dennoch, weil er sich aus kindlicher Liebemit einer solchen Bürde belastet hatte, nicht-nur von Niemandem auf-
's Nach der gewöhnlichen Lesart nomini I-otitio vinarias gontis würbe esheißen: „keinem Potitier aus der Pinarischcn Familie", was nur dann einen Sinnhaben könnte, wenn wir annchmen wollten, nach dem Aussterben der PolitischenFamilie sei der Name Potitier aus die mit der Besorgung dieser religiösen Feierlich-keit betrauten Mitglieder der Pinarischen Familie iibergcgangen. Da wir aber da-von sonst Nichts wissen, und unser Versager sich schwerlich so seltsam und unver-ständlich ausgedrückt haben würde, so halte ich de» Name» I'otitio mit Schröter sürunächt und lasse ihn in der Uebersetzung weg.
's Tlkt»-«»- (pinahn) heißt hungern.
-'s D. i. Troja,si Nämlich der Trojaner.