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Gruppe III. Chemische Industrie.
Daubree hat schon auf die bedeutende Erstreckung der Zinnführenden, aus Granit herstammenden Lagerstätten hingewiesen, diesich durch viele Breitengrade von Hinterindien bis nach Australien ver-folgen lassen. Dieser Theil Asiens lieferte nach Daubree 1866 über10 000 Tons Zinn.
Australien. Der Zinn führende District von Queensland 3 ) be-deckt 550 Quadratmiles, aber nur 225 lassen sich mit Vortheil bear-beiten. Der Hauptdistrict liegt im Bassin des Severn, die Flussbettenund die Spalten des Granites liefern die reichste Ausbeute. Zinnsteinführende Granitgänge sind bei Ballandean Head aufgefunden.
In Victoria kommt im Sande der Flüsse Zinnerz in erheblicherMenge vor, namentlich im District von Beechworth. Das Erz stammtaus Ganggraniten im Granit, welche mit Zinnstein führenden Quarz-gängen verbunden sind. Im Jahr 1865 betrug die Ausbeute 150, 1869260 Tons.
Auch in Neusüdwales, Provinz Neuengland * 2 ), kommt Zinn in reich-licher Menge, ähnlich wie in den böhmisch-sächsischen Stockwerken,vor und wird ausserdem aus den durch Verwitterung entstandenen San denausgewaschen. Der reichste Grubendistrict liegt am Nordwestufer desMacintyreflusses, 12 Miles östlich von Inverell (30° südl. Br.) und ge-hört der Eismore Company.
Amerika. Das lange bekannte Zinnerzvorkommen vonDurango,Mexico, ist durch Ashburrer 3 ) untersucht worden. Die weitläufigenLagerstätten sind aus verschiedenen Ursachen nicht abbauwürdig: sie
liegen in einem bäum- und wasserarmen, hügeligen, aus Trachyt beste-henden Hochlande. Das meiste Zinnerz stammt aus secundärer Lager-stätte, es findet sich aber auch auf ursprünglicher Lagerstätte, in Spal-ten des Trachytes, der in der Nähe des Zinnerzes stark zersetzt ist, undzwar zusammen mit Topas. Die recente Entstehung des Zinnerzes undTopases erscheint sehr beachtenswerth.
Nach Daubree 4 ) wird aus Bolivia eine bedeutende Menge Zinn-erz ausgeführt.
Platin und verwandte Metalle.
Lappland. Im Goldsande des Ivaloflusses im nördlichenskandinavischen Lappland fand Nordenskjöld 5 ) Platin, das bisherin Skandinavien nicht entdeckt war.
*) Gregory, Quart. J. geol. Soc. XXIX, 1, 1873. 2 ) Ulrich, Jahrb.
Miner. 1871, 73; Quart. J. geol. Soc. XXIX, 6, 1873.; Daubree, Bapport 135.
s ) Ashburrer, nach v. Bichthofen Ztschrft. geol. Ges. XXI, 737, 1869.
4 ) Daubröe, Bapport 136. 6 ) Nordenskjöld, Pogg. Ann. CXXXX, 336,
1870.