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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Seltene Metalle.

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in Pulverform mit gepulverter Steinkohle im Chlorstrom geglüht. Esbildet sich Zirkon- und Silicinmchlorid, welches letztere durch schwacheHitze verflüchtigt wird. Aus dem Chlorid lässt sich auf gewöhnlicheWeise die Zirkonsäure abscheiden. Dieselbe wird geglüht, mit bor-säurehaltigem Wasser angefeuchtet und bei Hellrothgluth in eisernenFormen gebrannt. Nach einer späteren Mittheilung 1 ) waren jedochdie in den Handel gebrachten Zirkonsäurecylinder sehr klein, etwa vonder Grösse einer Erbse und konnten daher nicht denselben Lichtefleethervorbringen, wie die bedeutend grösseren Kalkcylinder. Aber auchbei der Vergleichung von Zirkonsäure- und Kalkcylindern von derselbenGrösse fiel der Versuch zu Gunsten des Kalks aus, indem die Zirkon-säure ein weniger weisses und helles Licht ausstrahlte. Der angeb-liche Vortheil der Zirkonsäurestifte, beständiger als die Kalkstifte zusein und von der Flamme nicht zerstört zu werden, entschädigt durchausnicht für ihren höheren Preis. Bei späteren Versuchen 2 ) mit derHydro-Oxygen-Gasbeleuchtung wurde daher auch von der Verwendung derZirkonstifte Abstand genommen.

, Titan. Das Titan ist nicht eigentlich zu den selteneren Metallenzu rechnen; es findet sich im Titaneisen und als Titansäure in dreidurch ihre Krystallform von einander verschiedenen Mineralien, Rutil,Brookit und Anatas. Im Titaneisen wurde es 1790 von Gregor, imRutil 1795 von Klaproth entdeckt. Es ist bisher, trotz vielfacherVersuche, nicht geglückt, diesen Körper in einer seinem Vorkommen ent-sprechenden Weise zur Verwendung zu bringen. Mushet 3 ) glaubte, dassdie Eigenschaften des Stahls durch einen Titanzusatz verbessert werdenkönnen; diese Ansicht erwies sich jedoch als irrthümlich, als man fand,dass der angeblicheTitanstahl keine Spur Titan enthielt. Einen ebensowenig günstigen Erfolg scheinen die Versuche gehabt zu haben, einetitanhaltige Bronze herzustellen. Nach einer Mittheilung vonWelly 1 )-soll man durch Zusammenschmelzen von Kupfer, Titaneisen und einwenig Schwefel (wobei sich das Eisen als Schwefeleisen abscheidet)eine Legirung von Kupfer und Titan erhalten, welche sich durch eineschön goldgelbe Farbe, Festigkeit und Dehnbarkeit auszeichnet. Inder Porzellanfabrikation wird das Titan in beschränkter Weise zurDarstellung von gelben Scharffeuerfarben benutzt. Elsner 5 ) hat zumErsatz der grünen giftigep Arsenikfarben einTitangrün ^yor-geschlagen; er vermischt zur Darstellung desselben die salzsaure Lösung

J ) Pol. Centralbl. 1869, 1461 ; Dingl. pol. J. CXCIV, 519; aus Mech.Magaz. 1869, 458. 2 ) Dingl. pol. J. CXCVII, 291. 3 ) Musliet, Dingl.

pol. J. CLV, 317; CLXIV, 74; CLXVI, 156; vergl. auch S. 783 u.'820 diesesBerichtes. 4 ) Welly, Illustrirte Gewerbezeitung 1867, 7. 6 ) Elsner, Verh.

des Vereins zur Bef. d. Gewerbefleisses i. Pr. 1846; Dingl. pol. J. CV, 130;Elsners, chem. technische Mittheil. 1859/1860, 46.