Antimon.
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am Boden mit einer Oeffnung versehen sind, setzt diese wieder in grös-sere, nicht durchlochte Tiegel und nmschichtet letztere mit Holz, wel-ches man entzündet. Das Schwefelantimon kommt in Fluss und tropft,unter Rücldassung der Bergart, in den äusseren Tiegel, wo es sich alsAnt. crud. ansammelt. Man gewinnt auf diese Weise bei unverhältniss-mässigem Holzverbrauch aus Erzen mit 60 bis 70 p. C. nur 40 p. C.Ant. crud.
In Schleiz, auf der Halben-Mond-Fundgrube, wo der Antimon-glanz auf Gängen von 1 bis 7 Fuss Mächtigkeit im Grauwackenschiefervorkommt, werden nachE. Reichardt 1 ) die reichen Erze (25 000 Kg)direct verkauft, die ärmeren (35 000 Kg) gesaigert, oder beide auf Re-gulus verschmolzen. Das Saigern und Reguliren geschieht im Flamm-ofen, das Raffiniren im Tiegelofen.
In England, auf den Enthoven Lead Works, werden vorzugs-weise die Grauspiessglanzerze von Borneo verhüttet 2 ). Das oxydischeErz kann nur in untergeordneter Menge als Zuschlag gegeben werden,da es die Tiegel leicht durchfrisst. Soweit man es nicht als weisseAnstrichfarbe verwerthen kann, reducirt man es mit einem Gemengevon Kohle und Pottasche oder Weinstein und Soda zu Metall 3 ). Diezum Schmelzen benutzten Tiegel werden auf der Hütte selbst aus feuer-festem Thon, Graphit und alten Ziegelscherben angefertigt; sie brauchenkeine hohe Hitze auszuhalten, müssen aber dem Durchgehen des Anti-mons Widerstand leisten. Die Antimondarstellung zerfällt in dreiProcesse:
1. Rohschmelzen. Das zu halber Eigrösse zerschlagene Erzwird in Posten von 20 Kg in einen schwach rothglühenden Tiegel ge-schüttet, hierauf eine Quantität Schlacke von der zweiten Operationgegeben, die durch ihren Alkaligehalt die Verschlackung der Bergartbefördert. Auf das Ganze kommen 10 Kg altes Brucheisen. Der Eisen-zuschlag richtet sich nach der Beschaffenheit des Erzes; im vorliegen-den Fall ist angenommen, dass es 50 bis 55 p. C. Sb enthält. Wenn alleseingeschmolzen ist, werden die Eisenstücken hineingedrückt, wobei ihreVerbindung mit dem Schwefel erfolgt und das Antimon sich ahscheidet.Nach l 1 ^ bis 2 Stunden wird der Tiegelinhalt in eine conische Eisen-form gegossen. Nach dem Erkalten trennt sich die Masse unter demHammer in zwei Schichten von Schwefeleisen und Antimon. Ein Arbei-ter schmilzt in 12 Stunden 500 bis 550 Kg Erz.
2. Feinschmelzen des Rohmetalls. Die Metallkönige werdenzerschlagen und nach dem Bruch sortirt. Diejenigen, welche zu viel
l) Keickardt, Dingl. pol. J. CLXIX, 281; Berg- und Hüttenm. Ztg.1863, 380; Wagn. Jahresber. 1863, 185. 2 ) Mining and smelting magazine,
Vol. III, 136; Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1863, 328; Wagn. Jahresber. 1863,186.s ) Ding. pol. J. CLXXHI. 152.
Wiener Weltausstellung. III. 62