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Gruppe III. Chemische Industrie.
Essigsäure gehen in diesen Räumer, in denen man nur wenige Minutenauszuhalten vermag (Temp. = 40°), continuirlich von statten x ).
Die englische und die französische Methode, von Thenard be-gründet, ruhen auf gleichem Princip: Essig wird durch Kochen mitüberschüssiger lileiglätte in eine Auflösung von basisch essigsauremBlei verwandelt. Durch Kohlensäure wird Bleihydrocarbonat gefällt,was bekanntlich minder gut deckt, wie das holländische Bleiweiss. InEngland, wo man die Kohlensäure durch Verbrennen von Coke dar-stellte, erhielt das Product oft eine gelbliche Farbe (wohl in Folge vonSchwefelblei). Von grossem Interesse ist diese Fabrikation da, wo siesich der dem Erdinnern entströmenden Kohlensäure bedient. So be-findet sich in dem alten Vulcangebiet der Eifel, wo Kohlensäureexha-lationen in colossalem Maassstabe stattfinden, bei Burgbrohl im oberenTheil des Brohlthals, jenes durch seine Trassablagerungen berühmtenThaies, welches an der Aussenseite des den Laaehersee umgebendenBergkranzes seinen Anfang nimmt, eine derartige Quelle, welche in24 Stunden über 3000 Cubikfuss freie Kohlensäure entwickelt. Manhat sie mit einem thurmartigen Bau umgeben, von dessen Höhe dieAuflösung des basischen Bleiacetats in Gestalt eines Regens herabfälltund der aufsteigenden Kohlensäure begegnet.
Eine Beschreibung der Apparate, die zur Speisung der Kammerndienen, in welche man Essigdämpfe und Kohlensäure leitet, gabBanno w 2 ).
Major Wright und Jones 3 ) haben bei diesem Process die Anwen-dung eines stärkeren Druckes innerhalb der Kammern empfohlen, sowieschliessliches Einleiten von Ammoniak, um das noch vorhandene Blei-acetat zu zersetzen, und endliche Beseitigung der Ammoniaksalze durchWasserdämpfe. Nach Gardner soll das Verfahren sich praktisch vor-theilhaft bewähren.
Da die durch Verbrennen von Coke erhaltene Kohlensäure wegeneiner Beimischung von Schwefelwasserstoff direct zur Bleiweissfällungnicht brauchbar ist, so ist ein Vorschlag von Ozouf 4 ) zu beachten,dieselbe an Soda zu binden und das entstehende Bicarbonat sodannbei 100° zu zersetzen. Derselbe macht ferner darauf aufmerksam,dass ein gewisses Maass der Kohlensäure nicht überschritten werdensolle, denn es scheint in der That, dass zuletzt ein Antheil von nor-malem Carbonat gefällt wird, welches die Deckkraft des Bleiweissesvermindert.
Es ist bekannt, wie mannichfache Vorschläge der Bleiweissfabri-kation bereits früher gemacht wurden, z. B. das Ueberziehen von Zink-platten mit feuchtem Bleisulfat und Eintauchen in Kochsalzlösung, oder
4 ) Mittheilung desVerf. aus eigener Anschauung. 2 ) Bannow, Dingl.pol. J. CIVC, 146. 3 ) Wright u. Jones, Ebendas. CVC, 271. 4 ) Ozouf,
Ebendas. CLXXVII, 220.