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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Kupfer. 899

Bei Versuchen Carons 1 ), der Geschützbronze durch Zusatz vonWolfram grössere Härte ohne Verminderung der Festigkeit zu ertheilen,ergab sich, dass das Wolfram weder mit dem Zinn noch mit dem Geschütz-metall zu einer gleichförmigen Mischung sich vereinigt. Welly 2 ) hateine Legirung von Kupfer und Titan schön goldgelb, haltbar und ge-schmeidig, unter dem Namen Titanbronze dargestellt. Ohne solchefremde Zusätze hat man Geschützbronze dadurch härter, fester undhomogener zu erhalten gesucht, dass man die Geschütze um einen Kerngiesst, in welchem Wasser circulirt 3 ). Auch giesst man Kanonen umeinen eisernen Kern und bohrt diesen aus. Eine der grossartigstenGiessereien für Kunst- und Maschinenguss von Thiebaut in Paris istvon Ko Kl 4 ) näher beschrieben.

Von der Alumininmbronze (Kupfer und Aluminium) ist bei letz-terem die Rede. (Vergl. S. 609.) Zum Broriziren und Färben vonKupfer- und Bronzegegenständen hat Hunt 6 ) Platinchlorid empfohlen

Kupfer und Zink), so gehen sie stets homogenere und mithin widerstands-fähigere Product.e als zwei zusammenlegirte Metalle, von denen das einekrystallisationsfälüg ist, das andere aber beim Festwerden schwer krystalli-sirt (z. B. Kupfer und Blei oder Kupfer und Zinn).

Bin anderer Grund der hohen Widerstandsfähigkeit der Phosphorbronzeist darin zu suchen, dass eine Auflösung von Oxyden, Zinkoxyd und Kupfer-oxydul, wie sie hei der gewöhnlichen Bronze stets durch die Analyse sichconstatiren lässt, bei phosphorhaltigen Bronzen unmöglich ist. Die Zusam-mensetzung der Phospliorbronze wird nach den Zwecken, für welche sie be-stimmt ist, verändert und hiernach variirt der Phosphorgehalt zwischen y 4und 21/a p. C. und der Zinngehalt zwischen 3 und 15 p. C.

Die zinnärmeren Phosphorbronzen bis 4 p C. Zinngelialt werden, alsDraht gezogen, für Telegraphenleitungen und Grubenseile, zu Blech gewalzt, alsSchiffsbeschläge, für Münzen und als Patronenhülsen vielfach verwendet;geschmiedete Phosphorbronze mit 5 p. C. Zinn besitzt eine höhere Elasticität,Zähigkeit und absolute Festigkeit als Geschützstahl und wird daher zurDarstellung von Geschützen und Gewehrläufen verwendet; Bronzen mit 7 bis10 p. C. Zinngehalt dienen als Maschinentheile, wie Zahnräder, Cylinderfür Dampfspritzen und hydraulische Pressen, Achsenlager u. s. w.; die Phosphor-bronzen mit. höherem Zinngehalte, 15 bis 18 p. C., kommen nur hei der Dar-stellung von Glocken zur Verwendung. Für die Darstellung von Statuenwird die Zusammensetzung derart gewählt, dass in der Phospliorbronze dasVerhältniss von Phosphor zum Zinn über 1 : 10 liegt, wobei der Zinngehaltdurch den gewünschten Farbenton bestimmt wird; derartig zusammengesetztePhosphorbronzen geben viel schneller und sicherer, als irgend welche anderenBronzelegirungen, die beliebte grüne Patina.

(Näheres über Phosphorbronze ißt in dem vor Kurzem erschienenen Buche:lieber Bronzelegirungen und ihre Verwendungen für Geschützrohre undtechnische Zwecke von Dr. Künzel. Dresden 1875, Druck von 0. C. Mein-liold & Söhne, königliche Hofbuchdruckerei zu ersehen).

4 ) Caron, Dingl. pol. J. CLXXII, 44. 2 ) Welly, Wagn. Jaliresber.

1863, 170. 3 ) Dingl. pol. J. CLXVI, 235. 4 ) Kolli, Dingl. pol. J.

CLXXXVI, 199. &) Hunt, Dingl. pol. J. CLVIII, 35.

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