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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Kupfer.

wird, den man durch Glühen mit Kohle und Reduciren des Rückstandesin metallisches Kupfer überführen kann, falls der Vitriol nicht als solcherin den Handel kommen sollte (Verfahren am Unter- und Oberharz *), zuFahlun 2 ) u. a.). Bei einem Nickelgehalt des Kupfers lassen sich durchfractionirte Krystallisation der Sulfatlösung reiner Kupfervitriol undkupferhaltiger Nickelvitriol gewinnen, aus welch letzterem eine Nickel-kupferlegirung darzustellen ist (Mansfeld 3 ). Für grössere Broduc-tioneu empfiehlt es sich, die Kupfergranalien vor dem Auflösen inSchwefelsäure in einem Flammofen zu glühen (Ungarn 4 ).

2. Reinigen der Laugen. Durch vorsichtiges Versetzen derLaugen mit Kalkmilch 5 * ) lassen sich Eisenoxyd und arsensaures Eisenabscheiden, in Folge dessen bei minderem Aufwand an Fälleisen einreineres Kupfer erfolgt.

3. Fällung des Kupfers. Diese kann geschehen:

a) durch Eisen in Gestalt von Schmiedeeisen und kupferfreiem oderkupferhaltigem Roheisen, letzteres aus kupferhaltigen Kiesrückständenoder eisenreichen Kupferschlacken erblasen (Kronstadt). Am wirksamstenist Eisenschwamm (S. 888), dessen etwaiger Kupfergehalt mit zu Gutegebracht wird. Die Fällung lässt sich beschleunigen durch Wärme,grosse Oberfläche des Eisens und Bewegung der Kupferlösung am bestendurch Rührwerke oder in rotirenden Fässern. Der wirkliche Eisenver-brauch ist grösser, als denselben die Theorie ergiebt, wegen oxydirenderWirkung von vorhandenem Eisenoxydsulfat c ) aufs Eisen und wegenfreier Säure 7 ) in den Laugen (Schmöllnitzer Cementwasser). Als Mittelzur Verminderung des Eisenverbrauchs empfehlen sich: Fällen beimöglichstem Luftabschluss (in erwärmten bedeckten Behältern), Aus-scheidung eines Theils Eisenoxydes durch Kalk, Zusatz von orga-nischen Substanzen beim Fällen. Das Cementkupfer wird durch Siebenund Schlämmen von basischen Eisensalzen möglichst getrennt, wobeisich ein aus dem Fällroheisen herrührender Graphitgehalt nach Fleck 8 )nur schwierig entfernen lässt. Zum Weglösen von zurückgebliebenenEisentheilchen wäscht man das Cementkupfer mit verdünnter Kupfer-vitriollösung oder Kupferlauge 9 ).

Zur Umgehung eines Eisenverbrauchs sind nachstehende Methodender Kupferfällung in Anwendung gebracht worden.

4 ) Wagn. Jaliresber. 1864, 273. 2 ) Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1868, 104.

3 ) Wagn. Jaliresber. 1864, 113. 4 ) Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1868, 254.

5 ) Oest. Ztsclir. f. Berg- u. Hüttenw. 1866, Nr. 6. Wagn. Jaliresber. 1871,

154. e ) Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1868, 223. . 7 ) Oester. Ztsclir. 1867, 70.

Wagn. Jaliresber. 1863, 153. 8 ) Fleck, Wagn. Jaliresber. 1862, 327.

°) Wagn. Jaliresber. 1862, 105. Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1872, 149.