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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
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Uran.

Von Adolf Patera,

k. k. Bergrath, Vorstand des k. k. hüttenmännisch-chemischen Laboratoriums in Wien.

Unter den österreichischen Bergwerksprodncten nehmen in derletzten Zeit die an der k. k. Uranfabrik zu Joachimsthal dargestelltenUranverbindungen, sowohl in Hinsicht ihres namhaften Geldwerthesals auch ihrer technischen Verwendbarkeit, eine nicht unbedeutendeStellung ein. Das Uran gehört zu den weniger verbreiteten Stolfenund von den vielen Uranmineralien, welche grösstentheils zu den Sel-tenheiten gehören und daher nicht von technischer Wichtigkeit sind,kann hier nur das Uranpecherz als das Rohmaterial, welches zur Dar-stellung der oben erwähnten Verbindungen dient, in Betracht gezogenwerden.

Dieses Erz kommt in Joachimsthal in Böhmen in grösseren Men-gen vor; geringere Mengen liefern die Gruben inPribram, einige Berg-baue im sächsischen Erzgebirge, in Frankreich, England und Schweden.Dasselbe ist an mehreren Orten Gegenstand der Verarbeitung aufUranpräparate, aber nur in Joachimsthal wird die Darstellung dersel-ben wirklich fabrikmässig betrieben.

Das Uranpecherz (Uranoxydoxydul) bricht an dem letztgenanntenOrte auf den Gängen mit Silber-, Wismuth-, Nickel- und Kobalterzen.Es wurde in früherer Zeit als werthlos auf die Halde gestürzt oder inder Grube als Versatzberg zurückgelassen, und diese der Einwirkungder Atmosphärilien durch Jahrhunderte ausgesetzten Erze lieferten denStoff zu einer Reihe von jüngeren Gebilden als: Liebigit, Zippeit,Johannit, Voglit, Schröckingerit, Gummierz, Eliasit. Die meisten die-ser Mineralien waren bei der Wiener Weltausstellung im Pavillon desAckerbauministeriums in theilweise prachtvollen Exemplaren vertreten.

DasUranpecherz erscheint als HandelswaareerstimdrittenDecenniumunseres Jahrhunderts und- es wurden damals die reinsten Erze mit40 fl. (80 ßmk.) pr. Ceritner bezahlt. Dieser Preis wurde wohl in derFolge erhöht, doch konnte man zu den erhöhten Preisen keine Ab-