Wolfram.
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ches zum Schutze von Geweben gegen Entflammung gefunden; sie rührtvon den Herren Versmann und Oppenheim 1 ) her. Das wolfram-saure Natrium eignet sich für diesen Zweck, ausser durch seinenbilligen Preis auch besonders dadurch, dass es beim Dämpfen der Ge-webe unveränderlich ist, die Farben nicht angreift und die Stoffe nichtsteif macht. Es ist diese Anwendung ausführlich im Jury-Bericht fürdie Ausstellung 1862 2 ) besprochen. Ausserhalb Englands hat sichdieselbe nicht eingebürgert, trotzdem zu wiederholten Malen auf dieWichtigkeit eines Flammenschntzmittels für Kleider u. s. w. hingewiesenist. In England ist man weiter gegangen; man hat das Natrium-wolframiat auch als Flammenschutzmittel für Holz in Vorschlag gebracht.Neuerdings 3 ) sind in der Staatswerfte von Devonport auf Befehl derenglichen Admiralität nicht unerfolgreiche Versuche dieserhalb ange-stellt worden, welche in noch grösserem Maassstabe, namentlich inRücksicht auf den speciell vorliegenden Zweck, die Schiffe vor Feuers-gefahr zu schützen, fortgesetzt werden.
Prof. Sonnenschein 4 ) hat auf eine interessante Eigenschaft deswolframsauren Natriums hingewiesen. Setzt man nämlich zu LeimWolframsäure oder eine Lösung von wolframsaurem Natrium und dannSalzsäure hinzu, so bildet sich eine Verbindung von Wolframsäure undLeim, welche bei 30 bis 40° so elastisch ist, dass man ganz dünnePlatten daraus ziehen kann. Die beim Erkalten erstarrende Massewird brüchig und fdkt, lässt sich aber durch Wärme wieder plastischund knetbar machen; sie dürfte vielleicht als Kitt, Ausfüllungsmitteloder als Dichtungsmittel für Röhren und dergleichen Verwendungfinden. Zum Färben der Baumwolle mit Anilinfarben war es vonWichtigkeit, dieselbe der Wolle ähnlich zu machen, sie zu animali-siren; es ist dazu vielfach wolframsaures Natrium benutzt worden;später aber wurde dieses Salz durch besser wirkende Mittel ver-drängt. Sonnenschein hat auch versucht, mit wolframsaurem Na-trium zu gerben. Das leimführende Gewebe erhält hierbei alle Eigen-schaften, welche man von einem vorzüglich gegerbten Leder verlangt;jedoch werden daraus gefertigte Sohlen äusserst hart und in Folgedessen musste davon Abstand genommen werden, das Natrium wolfra-miat als Gerbemittel weiter zu benutzen.
Phosphorwolframsäuren. Durch Behandlung von Natrium-wolframiat mit Phosphorsäure hat Scheibler 5 ) die Natriumsalze von
1 ) On the comparative value of certain salts for rendering fabrics non-inflammable; by Fred. Versmann and Alpli. Oppenheim. London 1859.
2 ) Hofmann, Rep. by the Juries; Intern. Exhib. of 1862 Class II, Sect. A.
80 bis 83. s ) Nach einer Notiz in der Kölnischen Zeitung, 28. Juni 1874.
4 ) Sonnenschein, Polytechnisches Notizblatt 1870, 223. B ) Scheibler,Tageblatt der Naturforscherversammlung in Leipzig 1872, 114. Ber. Cliem.Ges. 1872, 801.
Wiener Weltausstellung. III.
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