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Gruppe III. Chemische Industrie.
ofens, und zog die Masse mit Wasser aus; aus der neutralisirten undeingedampften Lösung lcrystallisirt das wolfrarasaure Natrium heraus.Es wird dies Verfahren im Princip noch heute angewandt.
Von dieser Zeit an nahm die technische Verwerthung derWolframverbin düngen einen schnellen Aufschwung und die LondonerAusstellung 1862 zeigte die verhältnissmässig noch junge Industrie ineinem derartigen Umfange entwickelt, dass derselben eine bedeutendeZukunft bevorzustehen schien. In dem Seitens der Jury von Hrn.A. W. Hofmann erstatteten Berichtüber diese Ausstellung wird unterAnderem der Anwendung des Wolframmetalls zur Stahlbereitung, deswolframsauren Natriums als Surrogat für Zinnsalz in der Färberei undals Mittel, um Gewebe unentzündbar zu machen, und besonders der ver-schiedenen Wolframfarben gedacht. Leider sind die Hoffnungen, welchejene Ausstellung erregte, nicht in Erfüllung gegangen. Die Wolfram-industrie hat seit jener Zeit eher Rückschritte als Fortschritte ge-macht; sie hat sich, obwohl sich der Werth der einzelnen Präparateund Anwendungen nicht bestreiten lässt, nicht in dem Maasse einbür-gern können, als man zu vermuthen berechtigt war. Viel mögen hierzudieVorurtheile beigetragen haben, mit denen alles Neue in der Industriezu kämpfen hat; häufig hat sich der Schwindel der Sache bemächtigtund dieselbe, an und für sich gut, doch bei dem grossen Publicum inMisscredit gebracht. Auch sind vielleicht die Fortschritte in der Dar-stellung der einzelnen Präparate nicht derartig gewesen, um sie inBezug auf ihren Preis concurrenzfähig mit gleichzeitig auf denMarkt gelangten anderen Producten von derselben Güte zu machen.Die Technik der Wolframverbindungen ist heutigen Tages noch nichtüber das Stadium einer Versuchsindustrie herausgetreten. Nur inwenigen Fällen haben sich Wolframpräparate einer dauernden Einfüh-rung zu erfreuen gehabt. Dass aber trotzdem noch viel mit Wolfram,wenn auch in den meisten Fällen nur versuchsweise, gearbeitet wird,dass das Streben, diesen interessanten Körper in die Industrie einzu-führen, noch immer ein reges ist, das beweist die grosse Anzahlvon Wolframpräparaten, die in den chemischen Fabriken von Schu-chardt in Görlitz, Biermann in Hannover und Anderen dargestelltwerden und einen immerhin noch bedeutenden Absatz finden.
Die hauptsächlichsten Präparate, welche für die Zwecke der Tech-nik in diesen Fabriken (die speciell chemischen Präparate für Zweckedes Laboratoriums kommen hier nicht in Betracht) dargestellt werdenund in den Handel gelangen, sind: Gereinigtes Wolframerz, rohesund gereinigtes wolframsaures Natrium, wolframsaures Ba-
J ) Hofmann, Reports by tlie Juries. International Exhibition of 1862,Class II, Sect. A. 80 bis 83.