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Ueber Chromverbindungen.
Die Fabrikation des Kaliumbichromats wird nur in einigenwenigen Fabriken ausgeführt. Yor allen ist es die alte Fabrik vonJ. White in Glasgow, welche auf diesem Gebiete den Weltmarktbeherrscht. Nach einem von P e r s o z 4 ) veröffentlichten der Musterzeitungentnommenen Aufsatze gab es im Jahre 1868 im Ganzen sechs Fabriken,welche jährlich gegen 60 000 Centner fabricirten. Die Production derFabrik von J. White in Glasgow betrug allein 18 000 bis 24 000 Cent-ner. Von den obigen sechs Fabriken befanden sich zwei in Schottland,die anderen vertheilten sich auf Frankreich, Norwegen, Russ-land (Kasan am Ural) und Amerika. Es ist indessen bei dieser Auf-zählung einer österreichischen Fabrik (F. Gosleth) nicht Erwähnunggethan, die nach dem Berichte von Prof. A. W. Hofmann in Londonprämiirt wurde.
Der Aufsatz in der Musterzeitung erwähnt, dass durch die Rivali-täten der beiden schottischen Fabriken der Preis des Bichromats, dervorher zwischen 5 und 7 1 / 3 Sgr. pro Pfund schwankte, bis auf 3 3 /.iSgr.herunterging. Seither ist der Preis des Bichromats bedeutend in dieHöhe gegangen, dabei aber fortwährend wesentlichen Schwankungenunterworfen gewesen.
In neuester Zeit hat die Londoner Firma Wilkin und Clark dieChromeisensteingruben 2 ) von Plavischevitza an der Banater Militär-grenze erworben und daselbst eine Fabrik errichtet.
Vom Kaliumbichromat leiten sich nun sämmtliche Chromverbin-dungen ab.
Ammoniumbichromat. Man hat versucht, das Kaliumbichromatdurch das entsprechende Ammoniumsalz zu verdrängen. Poussier 3 )in Argenteuil bei Paris stellte im Jahre 1867 das Ammoniumsalz 'fabrikmässig zu demselben Preise wie das Kaliumsalz dar. Er fabri-cirte in einer Operation 800 Kg. Bei gleichen Preisen würde dasAmmoniumsalz sehr bald das Kaliumsalz verdrängt haben; denn ersteresist wegen seines höheren Gehalts an Chromsäure bedeutend werth-voller. Das Ammoniumsalz enthält nämlich 80 p. C. Chromsäure,während der Gehalt des Kaliumsalzes nur 68 p. C. beträgt. Es scheintsich jedoch nach den Angaben von Dollfuss 4 ) das Preisverhältnissder beiden Salze bald zu Ungunsten des Ammoniumsalzes verändertzu haben; man habe bereits 1869 für das Ammoniumsalz den doppeltenPreis zahlen müssen.
Unter diesen Umständen empfehle sich das Ammoniumsalz wohlnur noch zur Darstellung von Ammoniak-Chromalaun, da es dreimal
l ) Persoz, Mon. scientif. 1868, 376; Wagn. Jahresber. 1868, 334. ^Zeit-schrift für Zündwaarenfabrikation 1872, Deeember Nr. 9. "Wagn. Jahresber.
1873, 406. s ) Poussier, Mon. scientif. 1862, 405. Mon. scientif. 1867, 317.Wagn. Jahresber. 1867, 290. 4 ) A. Dollfuss, Bull. soc. industr. de Mulh.
1869, XXXVIII, 879. Wagn. Jahresber. 1869, 299.