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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Heber Zusammensetzung und Darstellung des Glases. 719

auch beliebig zu kräuseln und zu locken. Weitere Mittbeilung überdiesen Gegenstand giebt Ilerrmann 1 ).

Was die gefärbten Gläser angebt, so verdienen die in den letztenJahren ausgeführten Untersuchungen des Goldrubinglases besondere Be-achtung. Dieselben behandeln die Constitution dieses eigenthümlichenGlases, über -jvelche die Ansichten seit langer Zeit erheblich von ein-ander abwichen.

Knaffl 3 ) hält entschieden an der Ansicht fest, dass das Gold imRubinglase in der rothen Modification vorhanden sei. Im weissenbis topasfarbenen Glase, wie dasselbe nach dem ersten Schmelzen resul-tirt, seien, so meint er, alle Modificationen vorhanden, dieselben gebenaber, da die Farben derselben complementär seien, keine entschiedeneFärbung. Durch das nachherige Anlaufenlassen (bei 200 bis 300°)werde das Gleichgewicht gestört und es bilde sich vorwiegend die rotheModification. W. Müller 3 ) erstreckte seine eingehenden Untersuchungenauf die Menge des Goldes, Zusammensetzung der Gläser, Temperaturund Schmelzdauer, Einfluss der Glasgalle und der Abkühlung auf dieFarbe des goldhaltigen Glases - und deren Nuancen, auf das Anlaufen etc.Betreffs der Constitution kommt er zu dem Resultate, dass die Frage,wie und in welchem Zustande da,s Gold sich in dem Rubinglas befinde,experimentell nicht zu entscheiden sei, da die Menge des Goldes selbstim goldreichsten Rubinglase nicht mehr als ein Tausendstel betrage.W. Stein *) erklärt die Farbe des Rubinglases nach seiner Theorie derRestfarben durch die Molecularfarbe des in der Glasmasse gelösten Goldes.

Mittheilungen über die Fabrikation des Rubinglases auf der Josephi-nenhütte bei Schreiberan giebt H. Pohl 5 ). Er bestätigt die Herstel-lung von Rubinglas ohne Zinn und Antimon und giebt Vorschriftenzur Erzeugung von massivem Farben- und Ueberfangglas.

Betreffs anderer farbiger Gläser finden sich wenig Notizen; nurdie Aventuringläser sind neuerdings mehrfach untersucht worden.

Pelouze 0 ) prüfte eine neue Sorte Aventurin, den Chromaven-turin mit 6 bis 7 p. C. Chromoxyd, wovon die eine Hälfte chemischgebunden, die andere in Form von Krystallen und glänzenden Füttern inder Glasmasse .vorhanden war. Dieser neue Aventurin soll vor anderenbezüglich der Lichtbrechung, Härte etc. bedeutende Vorzüge haben.

II. Schwarz 7 ) theilt seine Erfahrungen betreffend die Darstellung

7 ) Herrmann, Wagn. Jaüresber. 1872, 408. 2 ) Knaffl, Dingl. pol. J.

CLXYII, 191. Wagn. Jaüresber. 1863, 381. 3 ) W. Müller, Dingl. pol.' J.

CGI, 117. Wagn. Jaüresber. 1872, 73. 4 ) W. Stein, Dingl. pol. J. COXXI,

141. Cliem. Centralbl. 1873, 91. Wagn. Jaliresber. 187«, 468.. b ) H. Pohl,Elsners cliem. teclm, Mitth. 1863/64, 73. Wagn. Jaüresber. 1865, 422.°) Pelouze, Compt. rend. LXI, 613. Dingl. pol J. CLXXIX, 155. Wagn. Jah-resber. 1865, 421. (Vergl. auch S. 742 d. Ber.) 7 ) H. Schwarz, Dingl. pol.J. CLXXXIY, 28. Wagn. Jaüresber. 1867, 345.