0G8 Gruppe III. Chemische Industrie.
Der Gneis verliert allmälig seine blätterige Structur, welche inder Nähe der Kryolithschicht granitähnlich wird und a zahlreicheSpuren von Metallerzen enthält. Bevor man zum Kryolith gelangt,stösst man auf eine breite Ader von Quarz und Feldspath. DieseMineralien finden sich in grossen Krystallen vor; der Quarz ist aberin der Regel undurchsichtig. Dieser Gang wird nach verschiedenenRichtungen hin von Kryolithadern durchkreuzt, die von der eigent-lichen Schicht isolirt sind. In diesen Adern wie in der umgebendenMasse findet man häufig Krystalle von Columbit, Zinnstein, Blende,Molybdänglanz, viel Bleiglanz, Eisenspath, Kupferkies, Schwefelkiesund Arsenkies. An einigen Stellen trifft man Kaolin, Zinnsteinkry-stalle und Eisencarbonat an. In einer der Höhlen ist eine grosse Adervon Arsenkies und purpurrothem Flussspath, den man auch als blauenUeberzug auf den Spaltungsflächen des Granits undFeldspaths antrifft;ferner findet man ihn auch in einem weichen, thonartigen Mineral(Nakrit?). Weiter ist hier eine grosse Ader von schwarzem Kryolith,die auch Kupferkies, Schwefelkies und rothen Feldspath enthält. DerFeldspath ist oft verwittert und stark gespalten; es scheint, als obsich beim Durchsickern des Wassers durch die Spalten ein eigenthüm-liches, weiches, steinmarkartiges, weissgelbes Mineral (Nakrit?), ver-mnthlich ein Zersetzungsproduct des Feldspaths gebildet h^t. In denverwitterten Feldspath hinein Schiebt sich eine Schicht von feinge-körntem Bleiglanz untermengt mit Feldspath, Arsenkies und Schwefel-kies, wodurch die Verwitterung dieses Theiles der Schicht sehr be-schleunigt worden ist, der Bleiglanz ist sogar stellenweise in Bleisul-fat umgewandelt, und die ganze Schicht ist mit Eisenocker bedeckt.Der feingekörnte Bleiglanz geht allmälig in grobkörnigen, krystalli-nisch-blättrigen über, worin sich amorpher Kupferkies und grosse Kry-stalle-von Spatheisenstein finden. An der Grenze trifft man auf Quarzin oft grossen Krystallen. Nach dem Quarz- Feldspath-Gang folgt dermehr grauitartige Gneis, worin sich die eigentliche Kryolithschichtfindet. Der Gneis verliert allmälig seinen granitartigen Charakter, biser bei dem östlichen Trappgang wieder in demselben weichen Zustanderscheint, wie bei dem westlichen.
Betrachten wir einen Durchschnitt (Karte III. a. f. S.), so sehen wil-den Kryolith ein Lager bilden parallel mit den Schichten, sich schwachgegen Süden abdachend und sich von Osten nach Westen erstreckend.In dem höheren südlichen Gneisgebirge, ungefähr 2 Fuss vom Kryo-lith, läuft parallel und in gleicher Tiefe mit diesem eine Eisenspath-ader, weiter nach unten eine Ader von matten Quarzkrystallen. Dem-nächst folgt eine Ader von silberhaltigem Bleiglanz, die sich stellenweiseeinige Fuss tief in den Kryolith hineinschlängelt, aber nie den Gneiserreicht. Diese Ader suchte früher die oben erwähnte Englisch-Grön-ländische Minengesellschaft auszubeuten. Die Erze enthalten nach