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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
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Aluminium und Alumiuiumverbindimgen. 037

In der a. a. 0. erwähnten Fabrik des Ilrn. Fikentscher zuZwickau wird der Pfeifenthon von der Haardt zunächst bei Luftzutrittschwach geglüht. Es wird dadurch das Wasser entfernt, das Eisen inEisenoxyd übergeführt und die Thonerde löslicher in Schwefelsäure ge-macht. Man trägt sodann die Masse gepulvert in kleinen Portionenin ÜOprocentige Schwefelsäure ein, welche zuvor in einer Bleipfannebis nahe zum Sieden erhitzt worden war. Vor dem Einträgen desThones wird das Feuer entfernt. Man nimmt für 100 Theile Thon150 Theile verdünnte Schwefelsäure. Die Masse schäumt auf und ver-dickt sich schliesslich. Dann muss sie rasch aus der Pfanne in eiserneKästen geschüttet werden, wenn sie nicht etwa mittelst eines Hammersherausgeschlagen werden soll. Hach dem völligen Erstarren wird siein grosse Stücke zerschlagen und in Bleikörben, welche in Bleibottichenhängen, durch Dampf und Lauge, die vom Waschen des Alaunes her-rührt, aufgelöst. Man lässt die Flüssigkeit sich klären und kocht siealsdann mit der erforderlichen Menge Kaliumsulfats (welches in dergenannten Fabrik bei der Bereitung der Weinsteinsäure gewonnen wird).Die Mischung wird in Bleipfannen der ruhigen Krystallisation über-lassen und der erhaltene Bohalann in bekannter Weise gereinigt J ).

Das Product der Einwirkung von Schwefelsäure auf Thon kommtfür sich im Handel vor und findet unter dem Namen Ahimcalce oderTourtcaux d’älun bei der Fabrikation geringer Papiersorten Anwen-dung. Es enthält 13 bis 17 Proc. Thonerde.

Iir. Dullo 2 ) hat ein Verfahren zur Darstellung von Thonerdeund deren Verbindungen aus Thon angegeben, dem die Thatsache zuGrunde liegt, dass beim Glühen von Thon mit Kalk im Ueberschusssich Calciumsilicat und Calciumaluminat bilden. Einen Theil des Kalkesersetzt Hr. Dullo nun durch Soda, damit sich Calciumsilicat und Na-triumaluminat bildet, welch letztere Verbindung alsdann durch Wasserausgezogen werden kann. Die Zersetzung verläuft in der That so,die praktische Ausführung bietet aber manche Schwierigkeiten dar.Wenn das Gemisch zu viel Hitze bekommt, so schmilzt es, wenn nichtgenug, so ist die Zersetzung unvollständig. In diesem Falle tritt leichteine Rückzersetzung ein, wenn die Masse nachher mit Wasser aus-gekocht wird, wobei sich unlösliche Doppelverbindungen der Silicatevon Kalk, Thonerde und Natron bilden. Man soll einen sehr schwerschmelzbaren Thon anwenden, damit die Zersetzung durch Anwendungmöglichst hoher Temperatur vollständig werde. Nach Hrn. Dullo istmit Hilfe von Wasser eine höchst innige Mischung von 100 Gewthln.trockenem, schwer schmelzbarem Thon mit 100 Gewthln. gebranntem Kalk

Vergl. Muspratt’s Chemie von Kerl und Stohmann, 3. Aufl. 1874,S. 124 f. 2 ) Dullo, Deutsche illustr. Gewerbeztg. 1866, Nro. 21; DeutscheIndustrieztg. 1866, 233; Wagn. Jahresber. 1866, 253.