Alu mini mn und AluminiumVerbindungen.
Von Dr. Rud. Biedermann,
Assistenten am Universitätslaboratorium zu Berlin.
Unter den metallischen Elementen ist es das Aluminium, welchesin der Natur am verbreitetsten vorkommt. Z Als Bestandteil der Erd-rinde steht es in seiner Quantität nur dem Sauerstoff und dem Siliciumnach. Es kommt nur im Mineralreich vor und nimmt, obgleich in derErdschicht, in welcher die Pflanzen wachsen, immer mehr oder wenigerAluminium Verbindungen enthalten sind, an den Vorgängen des organi-schen Lebens keinen Antheil. Ebenso wenig wie die Metalle der alka-lischen Erden findet sich das Metall der Thonerde in gediegenemZustande vor, aber in Verbindungen als Oxyd, als Silicat, als Phos-phat u. s. w. ist es ein Bestandtheil nicht nur einer überreichen Anzahlvon Mineralien, sondern auch der meisten Gesteinsarten.
Zu den hervorragenden aluminiumhaltigen Mineralien gehörendie, welche wesentlich aus Aluminiumoxyd, Al 2 0 3 , oder Thonerde be-stehen, nämlich Corund, Smirgel und die geschätzten Edelsteine RubinundSapphir. Hervorzuhehen sind ferner das Thonerdehydrat, 1L> Al 2 0.,,aus welchem die Mineralien Bauxit und Diaspor im Wesentlichen be-stehen, und mehrere Verbindungen von Thonerde mit anderen Metall-oxyden, wie der Chrysoberyll, BeAl 2 0 , 4 , der Spinell, MgAl 2 04 , derGahnit, Zn Al 2 O 4 . Der Kryolith ist ein Doppelfluorid von der Zusammen-setzung A1 2 F 3 , 3 NaF. Von grösster technischer Bedeutung ist ein Thon-erdesilicat, Al 2 0 3 Si 2 04 -f- 2 aq., der Kaolin- oder Porcellanthon. Einwasserfreies Thonerdesilicat ist der Topas, Al 2 0 3 ,Si0 2 , in welchemein Theil des Sauerstoffs durch Fluor ersetzt ist. Hieran schliesst sichdie gewaltige Anzahl der thonerdehaltigen Doppelsilicate, unter denenin erster Linie der Feldspath, Orthoklas, K 2 Al 2 04 ,Si 3 0 i 2 , anzuführenist, der Hauptbestandtheil des Granits, des Gneiss, des Syenits, Por-