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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe Ilt. Chemische Industrie.

des schädlichen Einflusses, welchen eine Fabrik auf die Atmosphäreder Umgebung ausübt, nämlich zu der Bestimmung der GewichtsmengeSäure, welche in einem bestimmten Volum der austretenden Gase ent-halten ist. Auch diese Auffassung hat an geeigneter Stelle bereitsBerücksichtigung gefunden; ein neues im Jahre 1874 erlassenesGesetz bestimmt, dass 1 cbm der austretenden Gase nicht mehr als0'454 g Säure enthalten soll.

Ein District kann jedenfalls nur eine begrenzte Anzahl von Fa-briken einer gewissen Art ertragen, gerade wie eine Fabrik auf einergegebenen Grundfläche nur eine begrenzte Summe von Arbeit zu be-wältigen im Stande ist.

Man hat festzustellen versucht, wie viel Schwefel in der Atmo-sphäre vorhanden sein kann, ohne nachtheilige Wirkungen auf diePflanzen auszuüben. Diese Versuche haben jedoch nur wenig Werth.Es ist nicht so sehr der in der Luft in verschiedener Verbindung ver-breitete Schwefel, als vielmehr der in der Form von Schwefelsäure mitden Pflanzen wirklich in Berührung gebrachte Schwefel, welcher scha-det. Zahlreiche Beweise könnten hierfür beigebracht werden.

Es ist hier bisher ausschliesslich von der Condensation der Salz-säure die Rede gewesen, insofern umfassende Studien über dieselbe vor-liegen; aber die Condensation auch der übrigen sauren Gase ist vongleicher Wichtigkeit, so namentlich die der schwefligen Säure und derSchwefelsäure, welche letztere zumal verheerende Wirkungen ausübt.Die Condensation dieser Verbindung bietet keine Schwierigkeiten, abertrotzdem entweichen noch immer grosse Quantitäten ans den Blei-kammern der Schwefelsäurefabriken.

Säuren des Schwefels werden gleichfalls heute noch in unbegrenz-ter Menge aus den Kupferhütten in die Luft gejagt, obschon es be-kannt ist, dass sich wenigstens ein Viertel derselben leicht verdichtenlässt; aber sollte nicht noch viel mehr geschehen können ?

Ohne Zweifel sind die Operationen der chemischen Grossindustrienoch nicht in dem Maasse ausgebildet, wie sie es sein sollten. Die Ar-beitsstätten sowohl, wie die in ihnen Arbeitenden stehen noch nicht aufder Stufe, welche ihnen die kommende Zeit zuweisen wird; aber auchden Fabrikanten selbst werden höhere Ziele vorschweben, als diejenigensind, welche sie heute verfolgen; sie werden namentlich ein ebenso gros-ses Vergnügen darin finden, dass die Arbeit in ihren Werkstätten mitSorgfalt und ohne Schädigung der Gesundheit, als dass sie mit pecu-niärem Gewinn ausgeführt werde. Wenn die Entwickelung des Fahrik-wesens nach der hier angedeuteten Richtung noch einer Befürwortungbedürfte, so würde dieselbe in der Erfahrung liegen, dass wer amsorgfältigsten arbeitet, stets auch den grössten Vortheil erzielt, und istes denkbar, dass diese Sorgfalt erlahme, weil sie den höchsten Geld-gewinn gebracht hat? Nachdem ich in Folge meiner amtlichen Stel-