Die Verwertliung der Sodarückstände etc. 485
bundenen Chlors; die Schwefelabscheidung beginnt sofort und zwarohne jede Schwefelwasserstoffentwickelung, wenn das Yerhältniss dereaux jaunes oxydees und sulfurees ein richtiges war. Das richtige Ver-kältniss ist durch die Erfahrung oder eine vorherige Prüfung leichtfestzustellen. Um jedoch den nachtheiligen Folgen einer eventuell ein-tretenden Schwefelwasserstoffentwickelung in jedem Falle vorzubeugen,lässt man die Schwefel- und Manganlaugen nicht sofort in dem Bassin,sondern zunächst in einem aus Bleiblech gefertigten kegelförmigenApparate zusammentreten. Derselbe ist in etwa der Hälfte seinerHöhe mit zwei Oeffnungen versehen; durch diese treten zwei Köhren,welche bis auf einige Centimeter von der Basis des Kegels herab-reichen. In einem etwas höheren Niveau sind zwei andere Oeffntingenangebracht, durch welche die Flüssigkeit in das Bassin abfliessen kann.Durch die beiden Röhren lässt man nun die Manganbrühe und Schwefel -lauge gleichzeitig und in solcher Menge eintreten, dass die Ausfluss-Öffnungen fortwährend durch abfliessende Lösung verschlossen bleiben.
Die erste Reaction erfolgt auf diese Weise im Inneren des Kegels;etwa sich entwickelndes Schwefelwasserstoffgas sammelt sich im oberenTheile desselben an und wird von da durch ein an der Spitze ein-mündendes Rohr auf einen kleinen Herd geleitet, über welchem manein Stück Holz fortwährend im Brennen erhält. Das Gas entzündetsich hier und die gebildete schweflige Säurm wird durch ein Rohr,welches oberhalb der Flüssigkeit mündet, in einen bis zu zwei Drittelseiner Höhe mit eaux jaunes sulfurees gefüllten Bottich geführt, dessen'Inhalt mittelst eines Schaufelrades in dauernder Bewegung erhaltenwird.
Durch die schweflige Säure werden die Calciumpolysulfide dereaux jaunes sulfurees unter Schwefelabscheidung in Calciumhyposulfitverwandelt, welches man mit Natriumsulfat oder Natriumcarbonat zer-setzt und zur Darstellung von Natriumhyposulfit benutzt,
Der auf dem falschen Boden des Schwefelfällbassins sich an-sammelnde Schwefel wird, nachdem man die neutralisirte Manganbrüheabgezogen hat, gewaschen und getrocknet; der richtige Verlauf desProcesses ist leicht an der Farbe des gebildeten Schwefelniederschlagszu erkennen, letzterer wird von mit gefälltem Schwefeleisen schwarz,sobald die Schwefellaugen vorwalten.
Die neutralen Manganbrühen werden in ausgegrabene grosseBassins gepumpt, deren Böden mit Thon ausgestampft und derenSeitenwände aus an Brettern aufgeschichteten, an der Luft leicht er-härtenden Sodarückständen construirt sind. In diese Bassins werdennun nach und nach frische Sodarückstände, denen man etwas Kalkbeimengt hat, eingetragen, bis alles in den Manganbrühen vorhandeneEisen ausgefällt worden ist. Die Beendigung dieses Processes lässtsich leicht durch eine einfache Probe erkennen. Man filtrirt r /Ai diesem