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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Die Verwertlmng der Sodarückstände etc.

statteten. Hr. Guckelbergerkam daher auf die Oxydation der Rück-stände in Haufen zurück, stellte die Bedingungen fest, welche zurBildung vorwiegend von Polysulfiden oder Hyposulfiten Veranlassunggehen, vermischte die hei den verschiedenen Auslaugungen gewonnenenFlüssigkeiten in der Weise, dass das Gemisch Polysulfide und Hypo-sulfite in einem bestimmten Verhältniss enthielt und fällte daraus denSchwefel fast genau nach dem Verfahren, welches von Mond beschriebenworden ist.

Verfahren von P. W. Hofmann.

In der grossen Sodafabrik zu Dieuze in Lothringen ist in denJahren 1864 bis 1866 ein drittes Verfahren ausgebildet worden, welchesneben der Wiedergewinnung des Schwefels aus den Sodarückständendie Wiederbelebung des Mangans aus den bei der Chlorkalkfabrikationabfallenden sauren Manganlaugen bezweckt und daher ein combinirtesSchwefel- und Manganregenerationsverfahren genannt werden muss.

In Dieuze waren die Uebelstände, welche die Fabrikation der Sodaund die des Chlorkalks zur Folge haben, besonders scharf hervor-getreten.

Die Sodarückstände waren seit länger als 30 Jahren berghochaufgestürzt worden. In unmittelbarer Nähe der Fabrik fliesst einkleiner Bach, welcher später das Städtchen Dieuze berührt und welcherdie Gesammtmenge der bei feuchtem Wetter aus den Rückständen ab-fliessenden Schwefelverbindungen, wie auch die sauren Manganbriihenin sich aufzunehmen hatte. Das Wasser des Baches war auf eineStrecke von 6 bis 8 Km hin durch gefälltes Schwefeleisen (aus denManganbriihen herstammend) schwarz gefärbt und verpestete die Um-gegend in so hohem Grade mit Schwefelwasserstoff, dass die Behördendrohten, die Fabrik zu schliessen, wenn diese Uebelstände nicht als-bald radical beseitigt würden.

Der Lösung dieser Aufgabe hat sich einer der damaligen Diri-genten der Fabrik, Hr. P. W. Hofmann, mit Erfolg unterzogeü. Beiden langwierigen Untersuchungen, welche zu diesem Zwecke noth-wendig waren, ist derselbe, wie er dankbar anerkennt, thatkräftigstvon den Herren E. Kopp und P. Buquet unterstützt worden.

Hr. Kopp : ) hatte früher bereits versucht, die Rückstände directmit sauren Manganbrühen zu zersetzen und den dadurch entwickeltenSchwefelwasserstoff durch vollständiges oder unvollständiges Verbrennen(letzteres unter Schwefelabscheidung) in der Form von schwefliger Säurezu verwerthen, war aber dabei ebenso wenig zu praktischen Erfolgengelangt, wie Favre und Andere (Seite 474), welche analoge Wegeeingeschlagen hatten.

: ) E. Kopp, Monit. scientif. 1865, 961.

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