4G2
Gruppe III. Chemische Industrie.
den. — Ch. Puissant 1 ) hat sich die Methode für Frankreich paten-tiren lassen (mit der Modification, dass er die Zersetzung in der Siede-hitze vornimmt) und benutzt die erhaltene Sodalösung zur Darstellungvon Bleicärbonat, indem er sie mit Bleisulfat kocht, während gleich-zeitig Kohlensäure durchgeleitet wird.
3. Mittelst Aetzstrontian. A. Ungerei' 5 ) hat ein Ver-fahren angegeben, welches auf folgenden ineinander greifenden Ojiera-tionen beruht: I. Umwandlung von Kochsalz in Natriumsulfat durchEinträgen des ersteren in eine concentrirte Lösung von Ammonium'sulfat unter Kochen. Es scheidet sich zuerst ziemlich wasserfreiesGlaubersalz ab, welches ausgeschöpft wird; beim Erkalten krystallisirtSalmiak aus und die Mutterlauge lässt dann beim Erkalten wiederNatriumsulfat fallen. — II. Zersetzung des Glaubersalzes in wässerigerLösung durch Strontian, wodurch Aetznatron entsteht und Strontium-sulfat, — III. Digeriren des Strontiumsulfats mit einer Lösung von Am-moniumcarbonat (dargestellt aus dem bei Operation I. erhaltenen Sal-miak). Es resultirt Strontiumcarbonat und Ammoniumsulfat, welchletzteres in Operat, I. eingeht. •— IV. Ueberfülirung des Strontium-carbonats in Strontian durch Glühen mit Kohle und Durchleiten vonWasserdampf. —• Man erhält demnach als Abfallproduct nur das heider Zersetzung des Salmiaks mit Kalk behufs Darstellung von Ammo-niak resp. Ammoniumcarbonat entstehende Chlor calcium. Die Verwen-dung des Strontians hat vor derjenigen des Baryts den Vorzug, dasssich Strontium sulfat durch Ammoniumcarbonat auf nassem Wege inStrontiumcarbonat überführen lässt, und dieses leicht die Kohlensäureverliert.
4. Mittelst Aetzkalk 3 ). A. G. Hunter' 1 ) kocht Natriumsulfat-lösung vom Vol.-Gew. l'l mit Kalkmilch im geschlossenen Gefässunter einem Druck von 30 bis 40 Pfund auf 1 OZoll engl. Die ent-standene Aetznatronlauge wird vom Calciumsulfat durch Decantirenoder Filtriren getrennt, was aber ebenfalls unter Druck geschehenmuss, damit nicht wieder rückgängige Zersetzung eintritt. Soll ausder Lauge Soda dargestellt werden, so concentrirt man sie in Berüh-rung mit Calciumcarbonat, oder leitet Kohlensäure ein.
5. Mittelst Calciumbicarbonat. Pongowski 5 ) bringt Na-triumsulfatlösung mit fein gepulvertem Kalkstein in einen Behälter,und leitet unter Umrühren Kohlensäure ein.
J ) Cü. Puissant, Wagn. Jahresber. 1869, 183. 2 ) A. Ungerei-, Dingl.
pol. J. 188, 140. 3 ) Die früheren Versuche siehe Wagner, Regesten d.
Sodafahr. 46. 4 ) A. G. Hunter, Wagn. Jaliresher. 1866. 126. B ) Pon-
gowski, Franz. Pat. 1872, 27. März, Nr. 94 531; Deutsch, chem. Ges. Rer-1873, 1140.