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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Die Soda-Industrie. 419

Jahren Gegenstand vielfacher Untersuchungen gewesen, über derenwichtigste Resultate Folgendes zu berichten ist.

Zunächst ist die Frage, ob in der Rohsoda das Calcium alsein Oxysulfid oder als ein Gemenge von Schwefelcalcium mitKalk enthalten sei, wiederholt zur Erörterung gekommen. Bekanntlichhatte zuerst Dumas die Existenz eines Calciumoxysulfids angenommen,um die Erscheinung zu erklären, dass in der Rohsodalauge sich niemalswesentliche Mengen von Schwefelnatrium vorfinden. Er ging von derVoraussetzung aus, Schwefelcalcium sei eine in Wasser lösliche Substanz,und dasselbe würde sich daher, wenn es in der Rohsoda enthalten wäre,mit dem in der Lauge vorhandenen Natriumcarbonat in Calciumcarbonatund Schwefelnatrium Umsetzern Dumas vermuthete deshalb das Vor-handensein einer unlöslichen und unangreifbaren Verbindung vonSchwefelcalcium mit Kalk, für welche er die Formel Ca0.2CaS auf-stellte. Diese Ansicht wurde vielfach angenommen, so namentlich vonBrown und Unger, während andererseits zuerst Kynaston sowieW. GossageundScheurer-Kestner sich gegen dieselbe erklärten, in-dem sie folgende Gründe geltend machten: 1) Das reine Schwefelcalcium(durch Glühen von Gyps mit Kohle bei Luftabschluss dargestellt) istan und für sich in Wasser unlöslich und wird auch von Natriumcarbonat-lösung nur sehr wenig angegriffen. 2) In der Sodalauge findet manstets eine gewisse Menge Aetznatron. Die Rohsoda enthält aber diesenKörper nicht, denn durch Alkohol lässt sich nichts davon ausziehen, erkann also erst beim Auslaugen durch Einwirkung des Natriumcarbonatsauf den Sodarückstand entstehen. Ist dieser ein Caleiumoxysulfid(CaO . 2 CaS), so muss gleichzeitig mit dem Aetznatron sich auch Schwefel-natrium bilden, und zwar in dem Verhältnisse von 2NaOII : 2Na 2 S.Dies ist aber nicht der Fall, es bleibt vielmehr die Schwefelnatrium-bildung bedeutend hinter derjenigen des Aetznatrons zurück. Diegenannten Chemiker nehmen deshalb an, dass das Caleiumoxysulfidnicht existire, sondern als ein Gemenge von Schwefelcalcium mit Kalkanzusehen sei, welch letzterer beim Auslaugen der Rohsoda die allmäh-liche Umwandlung einer gewissen Menge von Natriumcarbonat in Aetz-natron bewirkt 1 ).

Die weiteren seit dem Jahre 1863 ausgeführten Untersuchungenüber diesen Gegenstand sind folgende:

Für die Existenz eines Calciumoxysulfids sprach sichE. Kopp 2 ) aus, und zwar auf Grund zahlreicher Analysen von Soda-rückständen , aus denen sich ergeben hatte, dass in den letzteren Ca 0und CaS in einem Verhältnisse Vorkommen, welches stets nahezu der

Bis dahin siehe: A. W. Hofmann, Reports by the Juries 1862,24 bis 26. 2 ) E. Kopp, Compt. rend. LXI, 560; Wagn. Jaliresber. 1865,

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