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Gruppe III. Chemische Industrie.
das Schmelzen, das Carbonisiren und Eindampfen der Laugen, das Ab-scheiden von etwa unzerlegtem Kaliumsulfat bei dem Abdampfen unddas Calciniren des Endproductes sind bekannte Operationen. Bei sehrstickstoffreicher Beductionskohle, z. B. bei der englischen Sunderland-kohle, wird beim Potascheschmelzprocess gelbes Blutlaugensalz erzeugtund zwar im letzteren Falle in solcher Menge, dass die Gewinnungdesselben sich bezahlt macht.
Das Blutlaugensalz scheidet sich beim Eindampfen der carboni-sirten Lauge auf 50° B. mit dem in den Laugen noch enthaltenen un-zersetzten schwefelsauren Kalium ab und kann aus diesem durchAuslaugen mit heissem Wasser ausgezogen werden; ein zweimaligesUmkrystallisiren verwandelt das Product in schöne Handelswaare, vonwelcher etwa 1 p. 0. der erzeugten Potasche gewonnen wird. Die HerrenAndrae & Grüneberg sowie die chemische Fabrik Pommerensdorffabriciren auf diese Weise Blutlaugensalz als Nebenproduct; die erstereFirma ist mit dieser Gewinnung zuerst vorgegangen. — Bei Verwen-dung westphälischer oder schlesischer Kohle, welche arm an Stickstoffsind, wird eine nur geringe Menge Blutlaugensalz gebildet, so dass dieGewinnung desselben nicht mehr lohnend ist 1 ).
Der höhere oder geringere Stickstoffgehalt verschiedener Kohlezeigt sich namentlich auch bei der Verwendung derselben zu derLeuchtgasfabrikation; erfahrungsmässig liefert die englische Gaskohlehierbei weit bedeutendere Mengen von Ammoniakverbindungen als dieden schlesischen oder westphälischen Revieren entstammende Kohle.
Die aus schwefelsaurem Kalium dargestellte Potasche ist sehrrein; sie enthält durchschnittlich 92 bis 93 p. C. kohlensaures Kaliumund als Verunreinigungen 2 bis 3 p. G. Soda, 2 p. C. Chlorkalium, so-wie 1 bis 2 p. C. schwefelsaures Kalium. Sie ist wegen dieser Reinheitim Vergleich zu russischer Potasche, welche nur 68 bis 70 p. C. kohlen-saures Kalium enthält, sehr geschätzt.
J ) Vergl. auch den Aufsatz von Dr. E. Meyer über Cyanverbindungen.S. 283 des Berichtes.