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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

rung des häufigen Ausfrierens der Pflanzen; und endlich wird 3. dasdichte Zusammentrocknen der oberen Moorschichten, welches dieselbenfür Wasser und Luft nahezu undurchdringlich macht, beseitigt. Inchemischer Beziehung wirkt die Anlage der Gräben wie eine Verbren-nung bei gewöhnlicher Temperatur; in dem der Einwirkung der Luftzugänglich gemachten Moore findet eine sehr kräftige Oxydation statt,die im Moorboden enthaltenen Säuren Humin-, Ulmin- und Quell-säuren werden zu Kohlensäure verbrannt, der zum Theil ebenfallsin für die Pflanzenernährung unlöslicher Form befindliche Stickstoffwird nach und nach zu salpetersauren Verbindungen oxydirt und derganze, vorher so werthlose, kalte und nasse Boden ist nach kurzer Zeitin einen milden, der besten, wärmsten Blumenerde gleichen Acker um-gewandelt. Auf den solcher Gestalt vorbereiteten Acker brachte nunRimpau behufs Ergänzung der fehlenden mineralischen Pflanzen-nährstoffe eine reichliche Düngung von Kali und magnesiahaltigenStassfurter Salzen sogenannte rohe schwefelsaure Kalimagnesiaund bestellte ihn dann mit allen möglichen Culturpflanzen, aberderart, dass er nur die obere schwache Sandschicht aufpflügte undzur Einsaat benutzte. In diesem Sande, welcher nach der Analyseergiebt :

98145 in heisser Salzsäure unlöslicher 1 , T . ,, , ... .,

... .. . ( lVlmeraibestandtheüe

0'915 löslicher J

0'39 Wasser

0'55 Glühverlust (organische Stoffe)

also an sich nahezu als unfruchtbar betrachtet werden kann, entwickelndie jungen Pflanzen mit Hilfe der im Samenkorn aufgespeichertenNährstoffe ihre ersten Keime und Wurzeln, um letztere dann, nachdemsie einigermaassen ausgebildet sind, in die unter dem Sande liegenden,au Nährstoffen reichen Moorschichten hinabzusenden und durchderen Zuführung dann ein überaus üppiges Wachsthum der Pflanzenzu bewirken. Auf solche Weise hat Rimpau mit seinen Moordamm-culturen binnen zehn Jahren aus einem Sumpfe, der kaum genügendsaures Gras trug, um das darauf weidende Vieh in den paar Sommer-monaten, in denen er überhaupt nur zugänglich war zu ernähren,Ackerboden geschaffen, welcher bezüglich seiner Erträge mit den ge-segnetsten Landstrichen rivalisirt; mächtige Breiten mit Raps, Senf,Erbsen, Weizen, Chevaliergerste, Rüben und Klee dehnen sich bereitsüber eine Fläche von 1000 Morgen (250 Ha) aus und immer neueFlächen werden für diese Culturen in Angriff genommen. So über-zeugend nun also durch Rimpau Liebigs Forschungen über die Brauchbarkeit des Moorbodens bei richtiger Beobachtung der physi-kalischen und chemischen Erfordernisse bestätigt waren, so fehlte esdoch wie immer nicht an Solchen, welche die erzielten Erfolge, die sie