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Kalidüngmittel.
mehr zu brennen da ist und trostlose, todtgebrannte Flächen von Weh-sand dem bis dahin sorglosen Landmann auch dort zeigen , dass Nie-mand ungestraft gegen die Naturgesetze sündigt. Um eine Moorflächedurch Brandcultur auszunutzen, wird dieselbe durch Gräben trockengelegt, die obere Moordecke im Herbst aufgehackt und nachdem siewährend des Winters zerfallen und durch die Frühjahrssonne völligausgetrocknet ist, erfolgt dann Mitte Mai das Anzünden des Mooresderart, dass bei normaler Witterung die Brennzeit bis Mitte Juniwährt. — Allein in Ostfriesland brennen in dieser Zeit 30 000 bis40 000 Morgen = 8000 bis 10 000 Ha Moor und ist schon darauszu schliessen, welche Massen von Rauch und Qualm davon in die Luftgeben. Ist das Brennen richtig verlaufen, so wird in die noch warmeAsche sofort Buchweizen gesäet; der ersten Ernte, welche Stroh undKörner fortnimmt, folgt eine zweite, dritte und vierte, und die Be-bauung des Ackers wird ohne alle Zufuhr von Düngmitteln Q so langefortgesetzt, als sie die Bestellungskosten noch deckt. Nach sechs,spätestens acht Jahren ist der Acker völlig erschöpft und bedarf danneiner mindestens zwanzigjährigen Ruhe (Brache), um wieder eine neueGrasnarbe zu bilden, d. h. aus den noch im Untergründe enthaltenenspärlichen löslichen Mineralstoffen eine neue Vegetationsdecke aufzu-bauen. Wird der so regenerirte Boden wieder gebrannt und abge-tragen, so erfordert er zu seiner Verjüngung 30 und mehr Jahre, mitjedem Turnus verliert das Moor an Mächtigkeit und Fruchtbarkeit undschliesslich sind alle verfügbaren Mineralstoffe dem Boden durch denPflanzenbau entzogen, die humosen Stoffe durch das Brennen ver-nichtet und das Moor ist „todtgebrannt“ ; an Stelle der früheren grü-nen Flächen findet sich nur dürrer Haidesand, der keiner Vegetationmehr fähig ist und wie die Dünen am Meeresstrande vom Winde hin-und hergetragen wird.
Der Moorcolonist wandert, so lange er „im wilden Mooren“ nochneue Flächen, welche zur Brandcultur geeignet sind, findet, weiter, umschliesslich, wenn nicht Misswachs und Seuchen seine Kraft vorzeitigverzehren und ihn ins Armenhaus geführt haben, der Heimath denRücken zu kehren und sich in den reichen Veencolonien Hollands oderjenseits des Meeres ein weniger kümmerliches Brot zu suchen. Inallen diesen Moorcolonien ist, trotz ihrer dünnen Bevölkerung von1000 bis 1300 Seelen auf die Quadratmeile, nicht nur die Einwohner-zahl im steten Rückgänge begi'iffen — in der Zählungsperiode von 1864bis 1867 verminderte sich dieselbe um 1'85 p. C.—, sondern dieVerarmung der Zurückbleibenden ist auch eine stetige, zunehmende,
’) Eine ordentliche Viehhaltung und Düngerproduction existirt in denMoorcolonien selten und der wenige vorhandene Dünger wird hier — lesextremes se touchent — den Wiesen zugeführt.