Druckschrift 
3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
Seite
362
Einzelbild herunterladen
 

302

Giuppe III. Chemische Industrie.

Das auf die eine oder andere Art erhaltene Chlorkalium wird,nachdem es gedeckt und soweit wie möglich abgelaufen ist, entwederdurch Centrifugen von dem noch anhängenden Wasser befreit, oder aufmit Dampf oder abgehendem Feuer geheizten Darren oder endlichdurch direetes Feuer in Flammöfen getrocknet und versandfertig ge-macht. Letzteres Verfahren ist das allgemein übliche, da das Ent-wässern mittelst Centrifugen, ganz abgesehen davon, dass es nie einvollkommenes ist, viel Maschinenkraft erfordert, deren Erzeugung mehrBrennmaterial kostet, als der Trockenprocess im Flammofen, währendbei letzterem durch richtige Anlage und sorgsame Behandlung derFeuerung das Zusammenfritten des Salzes (Schmelzen) und dessen Ver-unreinigung mit Flugasche ebenfalls vermieden werden kann.

Das Chlorkalium wird im Handel meistens auf Grundlage einesGehaltes von 80 p. C. notirt, ein Gebrauch, welcher dadurch entstandensein mag, dass man zur Darstellung eines Centners = 50 Kg Kali-salpeter circa 40 Kg reines Chlorkalium bedarf; theoretisch sollen3225 Kg KCl = 50 - 5 Kg KaN0 3 ergeben es wird daher jetzt sowohleffectiv 80procentiges als auch 95- resp. 98procentjges Chlorkaliumstets pr. 50 Kg und 80 p. C. gehandelt, doch sind die Preise für die40 Kg hochgradige 95- bis 98procentige Waare circa 10 p. C. höher, alsfür die nur effectiv 80 p. C. haltenden Sorten; kostet daher 80procentigeWaare pr. 50 Kg und 80 p. C. 6 Rmk., so kosten 40 Procent-Kg in9Ggradigem Chlorkalium ungefähr 6'5 Rmk. oder 50 Kg 96procentigeseffectiv 7'92 Rmk. Für einzelne Verwendungen des Chlorkaliums wiezu Potasche, chlorsaurem Kalium wird oft neben einem garantirtenMinimalgehalt an Chlorkalium, 95 bis 96 p. C., noch ein Maximal-gehalt an Chlornatrium (Maximum 1 bis 3 p. C.) bedungen.

Die Bestimmung des Chlorkaliumgehalts der Waare findet stetsmittelst Analyse als Kaliumplatinchlorid statt, da alle anderen Methodender Kalibestimmung mittelst Alaunprobe, Kieselflusssäure, sauren wein-sauren Natriums etc. sich als nicht zuverlässig erwiesen haben.

Abfall und Nebenproducte der Chlorkalium-fabrikation.

Dieselben bestehen:

I. Aus den ersten Löserückständen,

II. aus den beim Concentriren der Laugen ausgekochten Salzen

(Bühnensalz, Fischsalz) und

III. aus den letzten Mutterlaugen.

Die Löserückstände haben im grossen Durchschnitt nachfolgendeZusammensetzung in 100 Theilen: