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Gruppe III. Chemische Industrie.
weiter eingedampft. In den ersten Jahren der Fabrikation, als dasRohsalz 1'70 Rmk. pr. 100 Kg und Chlorkalium von 36 bis 24 Rmk.pr. 100 Kg kostete, während der Preis der Braunkohle 0'20 bis 0'25 Rmk.pr. Hektoliter loco Fabrik betrug, fand noch ein zweimaliges Ver-dampfen und Auskrystallisiren der Laugen statt, während man es beiden jetzigen niedrigen Rohsalz- und Chlorkaliumpreisen von 0'80 Rmk.beziehungsweise 12 Rmk. pr. 100 Kg, den erhöhten Löhnen und demgegen früher auf das Doppelte gestiegenen Kohleipweise (0'45 bis 0'50 Rmk.pr. Hektoliter) vortheilhafter findet, die Lauge nach der ersten Kry-stallisation nur noch einmal, dann aber auch gleich soweit einzu-dampfen, dass sie einen starken Anschuss von Carnallit giebt, der fastalles Chlorkalium enthält und eine das weitere Eindampfen nicht mehrlohnende Mutterlauge mit l'O bis 1'2 p. C. Chlorkaliumgehalt zurücklässt.
Die ganze Operation nebst den dabei resultirenden Productenwird aus der nachfolgenden schematischen Zusammenstellung klar wer-den, bei welcher von der vorerwähnten fractionirten Krystallisation derbesseren Uebersichtlichkeit halber abgesehen ist.
Das in der ersten Krystallisation gewonnene Kalisalz wird ebensowie das durch nochmaliges Lösen und Umkrystallisiren aus denspäteren Krystallisationen II. und III. gewonnene Chlorkalium durchWaschen — Decken — mit kaltem Wasser concentrirt, indem man dasSalz in hohe Bottiche füllt und möglichst kaltes Wasser darauf gieht.Da nun Chlorkalium in kaltem Wasser weniger löslich ist als Chlor-natrium, so wird von letzterem durch das Waschwasser mehr gelöstund es wird je nach der Menge des aufgegebenen Wassers ein Chlor-kalium von 80 bis 95 p. C. Gehalt gewonnen; die ablaufenden natür-lich viel Chlorkalium enthaltenden Waschwasser werden entweder beider Rohsalzlösung wieder zugesetzt oder mit den anderen Laugen ver-dampft x ).
Wird die von der ersten Krystallisation fallende Lauge, wie esjetzt meist geschieht, nur einmal und zwar sofort auf Carnallitanschüsseeingedampft, so wird eine grössere Menge ausgekochtes Salz — Fisch-salz oder Bühnensalz — abgeschieden, da dann in der einen Operationmehr Chlornatrium und Magnesiumsulfat entfernt werden muss, mitwelchen aber auch entsprechend grössere Mengen Kalisalze niederge-rissen werden; man führt deshalb, und um die Siedepfannen durchAuf brennen von Salz nicht zu sehr zu schädigen, die Verdampfung nursoweit, dass in der zurückbleibenden letzten Lauge je nach der Aussentempe-ratur noch l'O bis 1'7 p. C. Chlorkalium übrig bleiben. Feste Regeln
b Zahlreiche und detaillirte analytische Untersuchungen über die ein-zelnen Stadien der Chlorkaliumfabrikation sind von Dr. Th. Becker nachden auf Veranlassung des Verfassers ausgeführten Arbeiten in seiner Inaugu-raldissertation: Ueber die StassfurterKaliindustrie. Tübingen 1872, und darausin Wagn. Jahresber. 1871, 279 veröffentlicht.