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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Stassfurter Kaliindustrie.

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Fabriken, da trotz der Verschiedenheit der f einzelnen Lagen geradedurch die Gewinnung an verschiedenen Punkten und durch die Uebungder Bergarbeiter beim Hereinschiessen und Scheiden der Massen ein demnormalen Durchschnitt möglichst naher Gehalt stets erzielt wird. DieGehaltsfeststellung der Rohsalze erfolgt in der Weise, dass jeder zehnteoder zwanzigste Wagen des Fördergutes gemahlen und aus dem ge-wonnenen Mahlgute, sobald es die Mühle verlässt, entweder durch einenArbeiter oder durch mechanische Vorrichtungen regelmässig kleineProben entnommen werden; diese Proben werden dann am Schlüssejeder Woche pro rata des täglichen Förderquantums zusammengemischt,feingerieben und analysirt und dient der so gefundene Kaligehalt alsGrundlage für die Werthberechnung der debitirten Salze. Es liegtauf der Hand, dass eine solche Methode der Probeziehung nicht aufabsolute Genauigkeit Anspruch machen kann und ebenso, dass Klagenvon Seiten einzelner Empfänger hierüber nur dann erhoben werden,wenn sich der effeetive Gehalt unter dem berechneten Durchschnitts-gehalte stellt. So lange indess der in vieler Beziehung praktische Ver-kauf des Salzes nach Gehalt noch üblich bleibt, dürfte es bei einem biszu 25 000Ctr. pr. Tag betragenden Förderquantum auf einem Werkeschwer halten, eine ganz zuverlässige Methode der Werthbestimmungzu finden, namentlich aber die genaue und regelmässige Entnahme derkleinen Mablproben ganz unabhängig von dem guten Willen der Arbei-ter zu machen.

Das Rohsalz wird nun theilsin kleinen 10 bis 20 Ctr. fassenden För-derwagen, wie bei den in der Nähe der Leopoldshaller Schächte belegenenFabriken, theils, wie dies bei den von den Salzwerken entfernterenpreussischen Fabriken geschieht, mittelst grosser Eisenbahnwagen indie mit Anschlussbahnen versehenen Werke befördert, um dort derweiteren Verarbeitung unterzogen zu werden. Wie schon früher ge-sagt gehen die hierfür angewandten Fabrikationsmethoden mit den vonHermann und Balard für Verarbeitung der Salinen- resp. Seesalz-mutterlaugen benutzten fast durchgängig parallel; das ganze Stass-furter Salzlager ist eben auch durch einen regelmässigen und ungestör-ten Eindampfungsprocess ein^s grösseren geschlossenen Meeresbeckensentstanden 1 ). In Folge der günstigen Umstände, dass es nach seinerBildung von einer für Wasser undurchlässigen Mergelschicht bedecktwurde, sind die oberen Schichten leicht löslicher Mutterlaugensalzenahezu vollkommen conservirt worden 2 ), während bei den sonst be-kannten Steinsalzstocken auf primärer Lagerstätte von wahrscheinlichähnlicher Entstehungsweise diese obere Lage fehlt, weil sie entwederdurch neue Hebungen und Durchbrüche nicht zur ruhigen Bildung ge-

Vergl. i\ Biseliof: Die Steinsalzwerke zu Stassfurt. 2 ) Prinz Schön-aich-Car olatli: Verhandl. der Berl. geolog. Gesellscli. April 1864.

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