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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Die Borsäurefabrikation in Toscana.

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und mit zu wenig Contact das Lagonenwasser passiren und dabeinichts mehr an letzteres abgeben. Dabei ist freilich auch nichtaus dem Auge zu verlieren, dass die Dämpfe schon an und für sichnur höchst geringe Mengen (nach Schmidt OT p. C.) Borsäure inDampfform enthalten. Das in den Dämpfen vorkommende Ammoniakverhält sich, wie in Travale ausgeführte Versuche zeigten, ähn-lich ; auch dieses nimmt nach einiger Zeit in dem Lagonenwassernicht mehr wesentlich zu. Dass eine niedere Temperatur die Absorp-tion der Borsäure und des Ammoniaks begünstigt, dürfte den Betriebs-erfahrungen nach kaum zu bezweifeln sein. Um zu sehen, ob einemöglichste Vertheilung der Dampf blasen eine grössere Absorption ver-anlassen würde, liess Dr. Schwarzenberg einen Soffione nicht direct,sondern durch eine Röhre mit vielen kleinen Löchern in das Lagone-wasser austreten, einen anderen durch einen Cokethurm passiren,aber der Gehalt der resultirenden Lösung war nicht nennenswerthhöher. Allerdings gehören die Soffionen Travales schon an und fürsich zu den ärmsten.

Das theuerste Betriebsmaterial der toscanischen Borsäurefabri-kation ist unstreitig das Bleiblech, von dem Tausende von Centn er nin den bis zu 125 m langen Pfannen stecken. Um diese Ausgabewenigstens theilweise zu umgehen, hat Dr. Schwarzenberg auf denLagonen von Travale Bassins mit Röhrenheizung einrichten lassen,welche die erste Hälfte des Abdampfens übernehmen, eine Einrichtung,die sich daselbst bewährt hat. Am wünschenswerthesten wäre es, wennman die Borsäure ausfällen und damit das Abdampfen ganz umgehenkönnte, allein zu diesem Zweck in Travale wiederholt mit Kalk vor-genommene Versuche scheiterten immer an der zu grossen Löslichkeitdes Calciumborats. Man wird also vorläufig nach wie vor die Unmas-sen Wassers verdampfen müssen.

Nebenprtfducte. Der einzige neben der Borsäure in den Sof-fionendämpfen auftretende, nicht werthlose Körper ist das" Ammoniak.Dieses ist in den Dämpfen wahrscheinlich als Einfachschwefel-ammoniumenthalten, was meines WissensL. Meyer zuerst gefunden undin seinem nicht gedruckten Bericht an Dr. Schwarzenberg (1871)mitgetheilt hat. Er liess nämlich zu Travale Soffionen durch Schwefel-säure streichen; dieselbe wurde nach einiger Zeit neutralisirt, ohnedass dabei irgend ein nennenswerther Niederschlag von Schwefelentstanden wäre. Der Verfasser hat' diesen Versuch mehrfachwiederholt und viele Pfunde schwefelsauren Ammoniums auf dieseWeise dargestellt. Das so erhaltene Ammoniumsulfat enthielt kaumeine Spur Borsäure, woraus sich schliessen lässt, dass die An-wesenheit von Schwefelsäure oder Ammoniumsnlfat in dem Lagonen-wasser die Absorption der Borsäure nicht begünstigt. Das Ammoniakder Soffionen- und Lagonenwasser findet sich grossentheils in der

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